3ik-Wochenbericht vom 13.08.2021

Geposted von Hans Heimburger am

Liebe Leserinnen und Leser, heute präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle einen Beitrag der von uns geschätzten Commerzbank-Volkswirte, Dr. Jörg Krämer und Dr. Marco Wagner.  

Wo bleibt die Pleitewelle?

Obwohl seit 1. Mai wieder die übliche Pflicht zur Anzeige einer Insolvenz gilt, ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen seitdem nicht gestiegen. Der industrielle Mittelstand hatte seine Eigenkapitalquoten in den 20 Jahren vor Corona deutlich gesteigert und profitiert nach Überwindung des ersten Lockdowns von einem Nachfrageboom. Auch bei den Dienstleistern blieb eine hohe Pleitewelle aus, auch wenn viele von den Lockdowns hart getroffen wurden und jenseits von Insolvenzenverfahren ihre Geschäfte aufgeben mußten.

Aussetzung der Anzeigepflicht hat Pleitestatistiken verzerrt

Seit Ausbruch von Corona gibt es die Angst vor einer hohen Pleitewelle. Einige Beobachter sprachen gar von einem Pleite-Tsunami, der eine Erholung der deutschen Wirtschaft vereiteln könnte. Ob diese Furcht berechtigt ist, konnte mit der amtlichen Insolvenzstatistisik bisher kaum beantwortet werden. Die Statistik ist nämlich verzerrt, weil die Pflicht zur Anzeige einer Insolvenz Ende März 2020 per Gesetz für solche Unternehmen ausgesetzt wurde, deren Probleme auf die Corona-Pandemie zurückgingen. Vom 1. Oktober an mußten akut zahlungsunfähige Unternehmen zwar wieder eine Insolvenz anzeigen, nicht jedoch überschuldete Unternehmen. Als am 1. Januar die Anzeigepflicht bei Vorliegen beider Insolvenzgründe (Zahlungsunfähigkeit, Überschuldung) wieder eingeführt wurde, gab es wieder eine Ausnahme, und zwar für solche Unternehmen, die staatliche Hilfsprogramme zur Abmilderung der Corona-Folgen („Novemberhilfen“) beantragt hatten.  

Aber seit Mai gelten wieder die alten Regeln, …

Am 1. Mai wurde auch diese Ausnahme abgeschafft, sodass die Pflicht zur Anzeige einer Insolvenz wieder ohne Wenn und Aber gilt, sofern man von den Unternehmen in den Überschwemmungsgebieten absieht. Wenn nach Wiederherstellung der üblichen Rechtslage eine Insolvenzwelle eingesetzt hätte, müsste man sie spätestens in den Juli-Daten sehen, weil die Gerichte in der Regel sechs bis acht Wochen brauchen, um zu entscheiden, ob sie ein Insolvenzverfahren eröffnen oder mangels Masse abweisen.

… und trotzdem steigen die Insolvenzen kaum

Aber weder im Juni noch im Juli ist die Zahl der Unternehmensinsolvenzen laut dem Internetportal „Insolvenzbekanntmachungen“ gestiegen (siehe Grafik auf Titelseite). Die dort von den Gerichten gemeldeten Verfahren entsprechen weitgehend den Zahlen der amtlichen Insolvenzstatistik, wobei sie ein bis zwei Monate früher vorliegen. Gestiegen war die Zahl der Unternehmensinsolvenzen lediglich zwischen Ende 2020 und dem Frühjahr 2021 – vermutlich weil die Anzeigepflicht ab 1. Oktober teilweise wieder in Kraft war. Aber trotzdem lag die Zahl der Pleiten seitdem in fast allen Monaten unter dem Vorkrisenniveau, obwohl das Bruttoinlandsprodukt 2020 um 4,8% eingebrochen war.

Die Industrie trotzt Corona

Dieser auf den ersten Blick widersprüchliche Befund lässt sich für das verarbeitende Gewerbe teilweise erklären:
  • Erstens wurde das verarbeitende Gewerbe nur vom ersten Lockdown getroffen. Danach haben die Industrieunternehmen weltweit gelernt, mit Corona umzugehen, und ihre Produktion rasch wieder hochgefahren.
  • Zweitens profitierten sie von einem Nachfrageboom, weil viele Konsumenten durch die folgenden Corona-Wellen und Lockdowns ihr Geld nicht für Dienstleistungen wie Urlaube ausgeben konnten und stattdessen mehr Güter nachfragten.
  • Drittens hatten die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe in den 20 Jahren vor Ausbruch von Corona ihre Eigenkapitalquoten laut Daten der Bundesbank weiter gesteigert, obwohl sie verglichen mit anderen Branchen schon recht hoch waren (Grafik 1). Das hat ihre Widerstandsfähigkeit erhöht.

Dienstleistungen: Keine hohe Insolvenzwelle, aber trotzdem von Corona getroffen

Auch bei den Dienstleistungsunternehmen ist die Zahl der Insolvenzen zwischen Ende 2020 und dem Frühjahr 2021 nicht stark gestiegen; sie liegt nach wie vor deutlich unter dem Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie, wobei es zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen gibt (Grafik 2). Zwar haben die Dienstleister ihre Eigenkapitalquoten in den vergangenen 20 Jahren kräftig um 14 Prozentpunkte gesteigert und weitgehend an das Niveau der Industrie angeglichen (Grafik 1). Aber anders als das verarbeitende Gewerbe haben die meisten Dienstleister nach dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 einen zweiten, sehr langen Lockdown durchlitten, der von Ende Oktober 2020 bis zum Frühling/Frühsommer 2021 dauerte. Gaststätten, Restaurants waren über viele Monate geschlossen, Veranstaltungen wie Konzerte oder Theatervorstellungen konnten nicht stattfinden. Das hat unweigerlich Kapitalreserven aufgezehrt und viele Dienstleister zum Aufgeben gezwungen. Wir neigen zu der Ansicht, dass die offiziellen Insolvenzzahlen das Ausmaß der Unternehmensaufgaben unterschätzen. Viele Dienstleistungsunternehmen firmieren nämlich als Personengesellschaften oder Einzelkaufleute. Sie sind anders als juristische Personen wie GmbH oder AG nicht verpflichtet, einen Insolvenzantrag zu stellen. Sie können dies freiwillig tun, etwa um in den Genuss der Restschuldbefreiung zu kommen. Weil allerdings ein Insolvenzverfahren und eine mögliche Restschuldbefreiung mit Auflagen verbunden sind, dürften zahlreiche Personengesellschaften und Einzelkaufleute davon abgesehen und andere Wege gegangen sein. Infrage kommen etwa außergerichtliche Vergleiche oder Geschäftsaufgaben. Diese tauchen entsprechend nicht in der Insolvenzstatistik auf.

Insolvenzen: Wie es in den kommenden Monaten weitergehen könnte

Auch in Zukunft dürfte in der Insolvenzstatistik nicht vollständig sichtbar werden, wie viele Unternehmen im Zuge der Corona-Pandemie tatsächlich aufgeben mussten. Um ein Gefühl für die Größenordnung zu bekommen, wie viele Insolvenzen eine derartige Krise üblicherweise verursacht, haben wir ein Modell entwickelt, das die Zahl der Insolvenzen mit der Konjunktur erklärt (siehe Kasten). Laut Modell dürfte es alleine wegen der zurückliegenden Rezession (und der erwarteten weiteren Wirtschaftsentwicklung) bis Ende 2022 zu insgesamt rund 5.000 zusätzlichen Insolvenzen kommen (Grafik 3). Hier sind bereits diejenigen Pleiten berücksichtigt, die seit Ausbruch der Corona-Pandemie bis dato hätten stattfinden müssen, aber aufgrund der gelockerten Pflicht zur Anzeige einer Insolvenz und staatlicher Hilfeleistungen nicht aufgetreten sind. Aber auch dann gäbe es bis Ende nächsten Jahres im Durchschnitt kaum mehr Insolvenzen als im Jahr vor Ausbruch von Corona. Diese auf der Insolvenzstatistik basierende Aussage ändert jedoch nichts am hohen volkswirtschaftlichen und persönlichen Schaden, den die Unternehmer und ihre Beschäftigten durch die Corona-Pandemie erlitten haben.

Eine gute Woche für unsere Fonds

 

Die 3ik-Strategiefonds im Vergleich seit 01.04.2020

 

Kurzüberblick über die wichtigsten Märkte:

Vorwoche Veränderungen Kurse 13.08. – 17:05h
DAX: 15.784 +1,16% 15.967
Euro Stoxx 50: 4.176 +1,15% 4.224
S&P 500: 4.437 +0,61% 4.464
Nikkei 225: 27.820 +0,56% 27.977 (Schluss heute)
Shanghai Composite: 3.458 +1,68% 3.516 (Schluss heute)
 Veränderung zum Freitag der Vorwoche

Rendite 10 jährige Bundesanleihen:

-0,4645% p.a.

Volatilitätsindex (CBOE Volatility Index)

Die Volatilität (CBOE Volatility Index) schwankte diese Woche zwischen 15,25 und 17,25 Punkten.

Was wir für Sie getan haben…

3ik-Strategiefonds I:  Aktienfonds: 38,85%, Mischfonds: 8,64%, Wandelanleihenfonds: 8,31%, Renten: 32,15%, Liquidität: 12,05% 3ik-Strategiefonds II:  flexible Handhabung der Absicherung 3ik-Strategiefonds III:  Aktienfonds: 71,14%, Mischfonds: 1,00%, Renten: 23,30%, Liquidität: 4,56%
3ik-Strategiefonds I – geringe Schwankungen – Ausschüttung per 16.11. 2020 = 0,70 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des 3ik-Strategiefonds I: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2021 YtD Wertentwicklung 1 Jahr Volatilität 1 Jahr Max. Drawdown 1 Jahr Anteilswert per 12.08.2021
+7,10% +15,56% + 5,17% -3,57% 107,60 Euro
 
3ik-Strategiefonds II – mäßige Schwankungen – Ausschüttung per 16.11.2020 = 0,80 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des 3ik-Strategiefonds II: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2021 YtD Wertentwicklung 1 Jahr Volatilität 1 Jahr Max. Drawdown 1 Jahr Anteilswert per 12.08.2021
+3,19% +14,20% +9,68% -7,86 % 134,38 Euro
 
3ik-Strategiefonds III – langfristig hoher Wertzuwachs – Ausschüttung per 16.11.2020 = 0,80 Euro

Link zum tagesaktuellen FactSheet des 3ik-Strategiefonds III: >> FactSheet

Wertentwicklung seit 1.1.2019 YtD Wertentwicklung 1 Jahr Volatilität 1 Jahr Max. Drawdown 1 Jahr Anteilswert per 12.08.2021
+10,83% +23,30% +10,33%  -5,88 % 141,77 Euro

Die 3ik-Strategiefonds seit 01.01.2019

Details liefern Ihnen die tagesaktuellen FactSheets. Links siehe am Fuß dieses 3ik-Wochenberichtes.

Ausblick

Der Gipfelsturm an den Aktienmärkten scheint ohne Unterlass weiterzugehen. Wenn die letzten Vorsichtigen auch noch ins Bullenlager wechselten, dann werden die Aktienmärkte korrigieren.

Steuergünstig: die 3ik – Versicherungen

Die folgenden Angaben sind für die Anleger, die die 3ik-Strategiefonds im Rechtsrahmen einer lebenslang steuerbegünstigten „Private-Insuring“ – Police nutzen. Dies sind:

WFLifeCycleVersicherung bei der Ergo Life S.A.

Diese Police ist seit dem 1.7.2009 verfügbar. Das dreigeteilte Investmentkonzept wird dort im Rahmen von drei internen Fonds umgesetzt. Die Anteilswerte für die internen Fonds des Versicherungsvermögen, deren Wertermittlung am 1.7.2009 mit dem Wert 100,00 begann, sind wie folgt:
Versicherung Anteilswerte (Stichtag 12.08.2021)
WFLifeCycle I: 112,15 €
WFLifeCycle II: 159,82 €
WFLifeCycle III: 177,60 €

VIP ValorLife Versicherungen (jetzt: Youplus)

Für die Kunden, die eine Police bei der ValorLife Versicherung besitzen, gilt ebenfalls: Die internen Fonds, die für die VIP ValorLife 99 D Policen geführt werden, sind seit Anfang 2012 genauso zusammengesetzt wie die oben beschriebenen 3ik-Strategiefonds. Die Wertentwicklung dieser Policen folgt damit der Wertentwicklung der 3ik-Strategiefonds.

Autor des 3ik-Wochenberichtes:

Hans-Heimburger-CIO-3ik-strategiefonds Hans Heimburger CIO Gies & Heimburger – Die Vermögensverwalter Tel.: 07633 – 91 14 13 h.heimburger@guh-vermoegen.de www.3ik-strategiefonds.de

Links zu den tagesaktuellen FactSheets:

3ik-strategiefonds-1-wkn-a1h44g-isin-de000a1h44g8 3ik-Strategiefonds-II-wkn-a1h44j-isin-de000a1h44j2 3ik-Strategiefonds-III-wkn-a1h44l-isin-de000a1h44l8
3ik-Strategiefonds I geringe Schwankungen 3ik-Strategiefonds II mäßige Schwankungen 3ik-Strategiefonds III langfristig hoher Wertzuwachs
>> zum FactSheet >> zum FactSheet >> zum FactSheet

Hans Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies & Heimburger GmbH und der CIO (Chief Investment Officer) für die 3ik-Strategiefonds.