China plant Reformen – Parteitag endete am 13.11.

Geposted von Walter Feil am

Das Internet in China wird derzeit extrem zensiert. Einige Seiten (mit englischen Informationen), die ich sonst regelmäßig nutze, sind seit einigen Tagen “nicht erreichbar”. Das Handelsblatt ist hier mit seinen Korrespondenten vor Ort besser aufgestellt und berichtet, dass die neuen Führer des asiatischen Riesenreiches - wie erwartet – fast ausschließlich reformorientierte Pragmatiker sind.

Politische und wirtschaftliche Reformen erwartet

Gemäß der Personalauswahl als auch durch andere Grundsatzbeschlüsse ist davon auszugehen, dass die Partei künftig sowohl politische als auch wirtschaftliche Reformen mit deutlich mehr Tempo und Nachdruck umsetzen wird als bisher. Das HB zitiert die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua, dass “die kommunistische Partei ihre Satzung dahingehend ergänzt hat, Reform und Öffnung als Weg zu einem stärkeren China zu nehmen”.

Mitglieder des Politbüros werden am 14.11. neu bestimmt

Das Politbüro wird künftig wie bisher aus neun oder (was mehr der Erwartung entsprechen würde) aus sieben Mitgliedern bestehen. Es wird eine Gruppe von relativ jungen Parteimitgliedern zwischen 50 und 60 Jahren sein, die mehrheitlich einen Hintergrund in Wirstschafts- und Sozialwissenschaften haben.

Reform in Richtung mehr Privatwirtschaft stützt auch unsere Exportwirtschaft

Wie schon mehrfach berichtet, strebt China den Umbau mit weniger Export von Billigwaren und deutlich höherem inländischem Konsum an. Dazu gehört auch die Förderung der Privatisierung von Staatsbetrieben. Ich bin gespannt, wie schnell wir die Neuausrichtung des Macht- und Wirtschaftszentrums von Asien in Europa zu spüren bekommen. Eine konsequente Umsetzung einer reform-orientierten Politik wird jedenfalls auch den vom Export lebenden Industriestandorten in Europa wachsende Umsätze bescheren.

 

 

 

Walter Feil ist Leiter der Niederlassung Bühl der Gies & Heimburger GmbH und Leiter des Investment-Research.