Editorial der Freitags-Info vom 01.09.2017

Geposted von Bernd Heimburger am

Die Berichterstattung über Anleihen, festverzinsliche Wertpapiere, Renten. nimmt in den letzten Monaten immer mehr ab, was nicht verwunderlich ist, denn aus Anlegersicht ist diese Anlageklasse einfach nicht mehr lukrativ. Die Renditen für Anleihen aus dem Euro-Raum liegen per 30.08.2017 zwischen minus 0,8% für einjährige Bundesanleihen bis in der Spitze bescheidene 1,4% für Anleihen von Banken mit einem Rating von nur BBB.

Will heute ein Anleger höhere Renditen erzielen, muss er entweder in anderen Währungen Ausschau halten oder noch mehr Abstriche bei der Bonität des Schuldners machen. Beide Faktoren bringen zusätzliche Risiken mit sich.
Ein Blick auf den Teilbereich der Unternehmensanleihen ist allerdings ganz interessant. Die Bedeutung der Kapitalmarktfinanzierung nimmt von Jahr zu Jahr kräftig zu. Das nachfolgende Schaubild wurde uns von unserer Depotbank Berenberg zur Verfügung gestellt.

Die Grafik zeigt, dass das Verhältnis von Unternehmensanleihen zu Bankkrediten in den letzten 20 Jahren von unter 15 % auf inzwischen knapp 30% angestiegen ist. Die Unternehmen nutzen also die Niedrigzins-Phase, um die Abhängigkeit von Bankkrediten zu reduzieren. Das ist einer der Gründe, dass die Banken Strafzinsen an die Notenbank bezahlen, anstatt die Liquidität an Unternehmen auszuleihen.

Wir wünschen Ihnen ein schönes, herbstliches September-Wochenende.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.