Editorial der Freitags-Info vom 02.03.2018

Geposted von Bernd Heimburger am

Gerade wenn die Weltbörsen mal wieder etwas stärker durchgeschüttelt werden, sollte man die tagesaktuelle Betrachtung relativieren, indem man sich die langfristigen Entwicklungen vor Augen hält. Dies praktizierte die „Welt am Sonntag“ in ihrer letzten Ausgabe vom 25. Februar. Zuerst einige Fakten zum Gewicht der einzelnen Länder im Weltaktienindex zum Start des Betrachtungszeitraumes im Jahre 1900 und aktuell am 31.12.2017. Einen dramatisch höheren Stellenwert hat dabei die USA erlangt. Während im Jahre 1900 der Anteil am Weltaktienmarkt noch bei 15 % lag, ist das Gewicht heute bei 51,3%. Zu den Gweinnern zählt auch China, das Land hatte um 1900 noch keinen nennenswerten Anteil und liegt zum Stichtag 31.12.2017 bei 3,1%.
Zu den großen Verlierern am Anteil der Börsenkapitalisierung zählen die drei europäischen Länder Großbritannien – von 25% auf 6,1%, Frankreich – von 11,5% auf 3,3% und auch Deutschland – von 13% auf 3,2%. Auch Japan ist zu erwähnen, dass heute einen Anteil von 8,6% hält, im Jahr 1900 noch keine Bedeutung hatte.

Die zweite Grafik, die dargestellt wurde, zeigt die durchnittliche reale Jahresrenditen in Prozent – nach Inflation. Während in Deutschland die inflationsbereinigte Durchschnitts-rendite bei Aktien bei ca. 3,5% lag, wurden mit Rentenwerten und Festgeld negative Renditen von minus 1,5% bzw. 2,1% erzielt. Die Länder mit den besten durchsnittlichen Renditen nach Inflation waren  USA, Australien und Südafrika, hier lagen die Ergebnisse am Aktienmarkt jeweils > 6% und auch mit  festverzinslichen Wertpapieren wurden Renditen von ca 2% nach Inflation erzielt. Einen Faktor darf man allerdings nicht vergessen, die ganzen Ergebnisse sind in Landeswährung dargestellt, nicht aus der Sicht eines Euro-Anlegers.

Gerade nach solchen deutlichen Rücksetzern, wie wir ihn in den letzten 4 Wochen auch in Deutschland erfahren haben – minus 12% im DAX von den Höchstkursen- muß man sich ins Bewußtsein rufen, dass sich die Bewertungsaufschläge oder auch die Überbewertungen deutlich abgebaut haben.‘
Wir halten es für eine sehr wahrschienliche Variante, dass sich auf dem aktuellen Niveau eine gewisse Bodenbildung abzeichnet, die ein Anleger für einen Positionsaufbau nutzen kann.

Wir wünschen Ihnen ein schönes erstes Märzwochenende mit etwas angenehmeren Temperaturen.

Bernd  Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.