Editorial der Freitags-Info vom 02.12.2016

Geposted von Bernd Heimburger am

Kehrt die Inflation zurück?

Diese Frage stellt sich nach langer Zeit wieder, wenn man die Wirtschaftspresse der letzten Tage verfolgt. In Deutschland sind die Verbraucherpreise im Oktober und November um jeweils 0,8% zum Vorjahr angestiegen. Inflation auf Zwei-Jahres-Hoch, so die Pressemeldungen. Protektionismus statt Freihandel, war das gewichtige Signal des künftigen US-Präsidenten Donald Trump. Die geplante Einführung von Schutzzöllen lässt die Importpreise steigen und hat damit steigende Inflationsraten zur Folge. Trump spricht sich für höhere Staatsausgaben aus, finanziert durch die Notenbank. Diese inflationstreibenden Maßnahmen wird die US-Notenbank FED nötigen, die Zinsen 2017 weiter anzuheben, vielleicht stärker, als von den meisten Analysten aktuell erwartet.

Hier kommt nun auf die Europäische Zentralbank ein weiteres Problem zu. Auf Grund der sich abzeichnenden Entwicklung in Amerika, müsste die EZB ebenfalls die Zinsen anheben. Das bescheidene Wirtschaftswachstum in Europa und die hohe Staatsverschuldung in einzelnen EU-Staaten lässt aber aktuell wenig Spielraum für solche Maßnahmen.

Wie kann sich ein Anleger positionieren, sollte das dargestellte Inflationsgespenst in den nächsten Jahren wieder sein Unwesen treiben? Ein Blick in die Vergangenheit hilft da weiter. Zum einen waren Aktien der beste Inflationsschutz, solange die Inflation nicht größer als 3%-4% war. Zum anderen gibt es im Bereich der festverzinslichen Anlagen, die grundsätzlich stark gefährdet sein werden in diesem Umfeld, die Anlageklasse der inflationsgeschützten Anleihen bzw. Fonds. In den letzten Wochen floss schon mehr als 1 Mrd. US-Dollar in Fonds die diese Anleihen bevorzugen.

Wir wünschen Ihnen einen schönen, geruhsamen 2. Advent.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.