Editorial der Freitags-Info vom 03.02.2017

Geposted von Bernd Heimburger am

Obwohl wir dieses Jahr schon zweimal einen Blick auf die Entwicklung der USA mit dem neuen Präsidenten geworfen haben, fühlen wir uns verpflichtet bzw. genötigt, heute nochmals die „politische Brille“ aufzusetzen.

Donald Trump regiert mit einem Dekret nach dem anderen, er ist dabei, seinen Wahltriumph zu verspielen, schreibt das Handelsblatt diese Woche, Trumps Beraterin Conway verteidigt den Einreisestopp mit dem Hinweis auf ein „Massaker“ durch irakische Flüchtlinge in den USA, was es aber nie gegeben hat. Bezüglich Russland schlägt Trump, nach anfänglichen freundschaftlichen Tönen nun um. Die Lage in der Ostukraine ist so, dass sie eine klare und scharfe Verurteilung des russischen Verhaltens erfordert, lässt der Präsident seine Botschafterin verlauten. Auch bezüglich des israelischen Siedlungsbaus in besetzten Gebieten geht das Präsidialamt inzwischen auf Distanz. Die FAZ-Online zitiert den „Deutschlandtrend“ von heute. Die Vereinigten Staaten genießen derzeit ein ähnlich geringes Vertrauen wie Russland. 70 % halten die USA für einen nicht vertrauenswürdigen Partner.

Aus dem deutschen, wirtschaftspolitischen Blickwinkel hat die Medaille allerdings durchaus zwei Seiten. Vordergründig ist zwar zu verstehen wenn die USA den schwachen Euro als Hauptgrund für den starken Export von Deutschland nach USA sehen. Aber gerade die US-Notenbank FED hatte in den letzten Jahren durch die ultraleichte Geldpolitik diesen Trend heraufbeschworen. Auch muss erlaubt sein klarzustellen, dass „Made in Germany“ auch in den USA deshalb so beliebt ist weil die Produkte eine hohe Qualität und ausgereifte Technik bieten und nicht weil sie billig sind. Der Importweltmeister Amerika sieht  sein Heil künftig eher im Protektionismus als im freien Handel. Obwohl der neue Außenminister Gabriel Zuversicht nach seinem Antrittsbesuch in Washington zeigt, muss sich der Exportweltmeister Deutschland auf andere Zeiten einstellen. Wir können nur hoffen, dass die deutsche Wirtschaft und die Politik Lösungen finden, bevor Einfuhrzölle verhängt werden und das ganze Formen eines Wirtschaftskrieges annimmt.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Februar-Wochenende, möglichst mit den frühlingshaften Temperaturen von heute Nachmittag.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

 

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.