Editorial der Freitags-Info vom 04.11.2016

Geposted von Bernd Heimburger am

Amerika wählt am 8. November

Am 08. November ist der Tag der Wahrheit für die Weltmacht USA. Die US-Amerikaner wählen den neuen Präsidenten, aber auch die Zusammensetzung des Kongresses wird an diesem Tag entschieden. Für die Wirtschaft ist die Verteilung der Sitze im Kongress mindestens genauso wichtig wie der Ausgang der Präsidenten-Wahl, so die Ausarbeitung des Vermögensverwalters Amundi.

Der US-Kongress verhindert Alleingänge des Präsidenten

Beide Kandidaten für das Präsidentenamt müssen deutliche Zugeständnisse an den US-Kongress machen und können ihre jeweiligen Wahlprogramme nur eingeschränkt umsetzen. Die Amundi-Analyse kommt zum Schluss, dass es ein Ergebnis „Clinton Light“ oder „Trump Light“ geben wird, wobei Amundi die Wahrscheinlichkeit für Clinton bei 80 % sieht. Ein möglicher Präsident Trump müsste erhebliche Anpassungen seines Programms vornehmen, unabhängig von den Mehrheitsverhältnissen im Kongress, da Trump auch bei vielen Republikanern keine Zustimmung findet.

Die Wirtschaftliche Lage ist ein wichtiger Entscheidungsparameter

Bill Clinton wird der Slogan zugeschrieben, wonach die Wahlentscheidung in erster Linie von der wirtschaftlichen Lage abhängt, d.h. die aktuelle Regierungspartei bzw. der aktuelle Präsident wird bestätigt wenn es wirtschaftlich gut läuft und beide werden bei schlechter Entwicklung abgewählt. Während der Amtszeit von Barack Obama hat sich sowohl die amerikanische Volkswirtschaft wie auch der S & P 500 gut entwickelt, das dürfte die Chancen von Hillary Clinton erhöhen, die erste amerikanische Präsidentin zu werden.
Ein Blick auf die Wahlen der letzten einhundert Jahre zeigt auch, dass bei einem Demokraten als Präsident sich der Aktienmarkt, basierend auf dem S & P 500, um durchschnittlich + 7,4 % jährlich entwickelt hat, während bei einem Republikaner das Ergebnis bei nur + 4% lag.

Politische Börsen haben kurze Beine

Einen für uns wichtigen Blickwinkel bietet auch immer unser Analyse-Haus Capital Economics. Die Chefvolkswirte sehen zwar die Möglichkeit einer sehr kurzfristigen negativen Reaktion der Aktienmärkte, im Falle eines Wahlsieges von Donald Trump, ähnlich wie nach der Brexit-Abstimmung, betonen aber, dass das Haus auch bei diesem Wahlausgang nicht von den definierten Indexzielen des Jahres 2017 abweichen wird, die etwa 8%-9% über dem aktuellen Stand liegen.

Wir wünschen Ihnen ein angenehmes erstes Novemberwochenende.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.