Editorial der Freitags-Info vom 05.01.2018

Geposted von Bernd Heimburger am

Der Start ins Börsenjahr 2018, ist in den ersten vier Börsentagen durchaus als „gelungen“ zu bezeichnen. Gute Wirtschaftsnachrichten rund um den Globus sowie erstklassige Arbeitsmarktdaten, lassen die Indizes in Richtung der Höchststände aus dem letzten Quartal 2017 steigen (DAX) oder sogar neue Bestmarken erklimmen, so der Dow Jones Industrial, der zum ersten Mal die Marke von 25.000 überstiegen hat. Auch der japanische Nikkei-Index erzielte heute ein 26-Jahreshoch.

Gerade in solchen sorglosen Zeiten sollten wir aber auch mahnende Stimmen nicht gänzlich außer Acht lassen. Heute veröffentlichte der amerikanische Investment-Stratege James Swanson drei beunruhigende Anzeichen, die im Laufe des Jahres 2018 eine Gefahr für die Finanzmärkte darstellen können. Eines seiner Analysetools ist ein Model, das frühzeitig Rezessionswahrscheinlichkeiten anzeigt. Ein Punkt ist die Verschuldung von Unternehmen und Haushalten. Die Werte liegen deutlich über den letzten beiden Höchstständen. Der Schuldendienst ist in einem derart günstigen Umfeld kein Problem. Die Verschuldung ist dann zu stark, wenn man sich zu sicher ist, so Swanson. Die FED wird die Zinsen in 2018 häufiger anheben, als man an den Märkten erwartet. Gegen Ende eines Konjunkturzyklus steigen die Zinsen meist, und der aktuelle Zyklus ist einer der längsten der Geschichte.

Das zweite Argument sind die Übernahmen. Gegen Ende des Konjunkturzyklus bezweifeln Unternehmen oft, dass sie Gewinn und Umsatz ausreichend steigern können, um die Investoren zufriedenzustellen. Stattdessen kaufen sie andere Unternehmen um durch Synergieeffekte die Gewinne je Aktie zu steigern. Aber oft kaufen sie zu teuer ein. Gemäß Swansen ist sein Eindruck, dass die Übernahmen zulegen und die Prämien in Richtung der Höchststände steigen, die aus früheren Zyklen bekannt sind.
Ein weiterer Punkt sind die fremdfinanzierten Wertpapierkäufe. Ende Oktober 2017 betrugen die Margin-Verpflichtungen an der New Yorker Börse 561 Milliarden US-Dollar, das ist ein neuer Höchststand.
Der letzte Warnhinweis, laut Swansen: Meiner Ansicht nach ist der Anteil der Unternehmensgewinne am BIP einer der besten Indikatoren dafür, wo die Wirtschaft im Konjunkturzyklus steht. Wenn die Gewinnquote fällt, werden Neueinstellungen und Investitionen zurückgefahren. In der Vergangenheit war ein Rückgang der Gewinnquote, wenn das länger als ein Jahr dauerte, meist ein Vorbote für schwierige Zeiten. Im aktuellen Konjunkturzyklus ist die Gewinnquote auf Allzeithochs gestiegen, ist heute aber niedriger als vor einem Jahr. Der US-Stratege rät, langsam über Kapitalschutz-Strategien nachzudenken.

Wir wünschen Ihnen ein schönes, erstes 2018er Wochenende.

Bernd  Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.