Editorial der Freitags-Info vom 14.10.2016

Geposted von Bernd Heimburger am

Am letzten Wochenende machten Medienberichte die Runde, wonach der Bundesrat einen Vorschlag formuliert hat, ab 2030 keine Autos mit Benzin- oder Dieselmotoren mehr zuzulassen. Prompt kommt der Widerstand gegen diesen Vorstoß. Während in Norwegen diese Maßnahme von der Regierung zum Jahr 2025 bereits beschlossen wurde, wird hierzulande diese Diskussion jetzt erst angestoßen. Dass der Automobilclub ADAC sich gegen diesen Vorstoß stellt, ist selbstredend. „Einseitige Verbote bestimmter Technologien auf nationaler Ebene sind keine realistische Option“ so die Argumentation des ADAC. Es sollen vielmehr emissionsarme Technologien breiter und intensiver gefördert werden, damit diese ihren Beitrag zur Erfüllung der Klimaschutzziele leisten können.


Dass nun aber der Ministerpräsident von Baden Württemberg – Winfried Kretschmann -diesen Vorstoß als unsinnig bezeichnet, überrascht schon etwas. Kretschmann setzt auf Dialog mit der Autoindustrie. Nach seinen Ausführungen in dieser Woche, hängen allein in Baden Württemberg 50.00 (fünfzigtausend) Jobs an der Dieseltechnologie. Wir dürfen keinen Crash der Autoindustrie produzieren, so der Ministerpräsident. Für Baden Württemberg hat Kretschmann im Laufe der Legislaturperiode einige Leuchtturmprojekte der Elektromobilität angekündigt, besonders im schadstoffbelasteten Stuttgart. Er bedauerte auch, dass sich die Länderverkehrsminister diese Woche nicht auf die blaue Plakette für besonders schadstoffarme Fahrzeuge geeinigt hätten. (Euro 6 sollte die Bedingung sein für die blaue Plakette) Aber zurück zum Dialog. Kretschmann hat seiner „Grünen Partei“ den Vorschlag unterbreitet, zum Bundesparteitag im November den Mercedes-Chef Dieter Zetzsche einzuladen, um das Thema zu erörtern.


Wenn man sich mit der Elektromobilität auseinander setzt, hat man im Tagesgeschehen die Sensoren ausgefahren. Meinen heutigen Tag musste ich mit einer dreistündigen Rückfahrt mit dem PKW vom Sitz unserer Gesellschaft in Kelkheim bei Frankfurt nach Bad Krozingen belegen. Bei diesem zweifelhaften Vergnügen habe ich zu meiner Überraschung festgestellt, dass mir heute 4 Elektrofahrzuge begegnet sind. Zuerst wurde ich von einem Opel Ampera überholt, danach musste ich zwei Tesla S weichen, bei Anschaffungskosten von 80.000-90.000 Euro sei das den Fahrern gegönnt. Zum Abschluss meiner Fahrt, konnte ich dann, mit einem schmunzeln, ein Elektrofahrzeug der Deutschen Post überholen.
Abschließend darf ich noch einen Hinweis auf unseren Artikel „Lithium – Treibstoff der zukünftigen Mobilität“ auf unserer Homepage geben.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Oktoberwochenende.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.