Editorial der Freitags-Info vom 09.12.2016

Geposted von Bernd Heimburger am

EZB mit Advents-Überraschung!

In der gestrigen, turnusmäßigen Ratssitzung der EZB wurde beschlossen, das Anleihekaufprogramm bis mindestens Ende 2017 zu verlängern, aber ab April 2017 das monatliche Kaufvolumen von 80 Mrd. auf 60 Mrd. zu drosseln. Die Europäische Zentralbank hat auch betont, dass das Programm vom Umfang her, wie auch von der Dauer ausgeweitet werden kann, sollten sich die Rahmenbedingungen verschlechtern oder die Inflationsentwicklung nicht mit den Preiszielen der Notenbank in Einklang kommen. Die meisten Marktteilnehmer hatten mit einer Verlängerung für max. einem halben Jahr gerechnet. Es wurde zusätzlich noch an weiteren Stellschrauben gedreht. Damit hat die EZB die Weichen gestellt, für eine längere Zeit der ultra-expansiven Politik. In der Pressekonferenz hat Mario Draghi betont, dass  an dieser Geldpolitik solange festgehalten wird, bis die definierten Inflationsziele erreicht sind. Es ist damit absehbar, dass die EZB auch noch im Jahr 2018 Wertpapiere kaufen wird, und damit das Niveau der Staatsanleiherenditen nach unten drücken wird.

Damit sollten sich die EZB-Zinssätze und daraus abgeleitet die Kurzfristzinsen wie folgt entwickeln:

Prognose:

09_12_16

Die Reaktion der Wertpapier-Märkte viel entsprechend aus. Einige der großen Aktienmärkte erzielten neue Jahreshöchstkurse, wie DAX und S& P 500, der europäische Aktienindex Eurostoxx 50 bleibt noch 2-3 % unter den Jahresanfangskursen. Am Rentenmarkt kam es gestern Nachmittag zuerst zu einem Anstieg der Renditen, heute sanken diese wieder auf das Niveau vor der EZB-Sitzung.

Wir wünschen Ihnen einen geruhsamen dritten Advent, vielleicht mit einem Besuch eines Weihnachtsmarktes.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.