Editorial der Freitags-Info vom 14.09.2018

Geposted von Bernd Heimburger am

Schon wieder Krach in der Koalition. Kaum wurde die letzte Auseinandersetzung zwischen CDU und CSU in der Sommerpause abgearbeitet, steht diesmal zwischen der Union und der SPD Streit ins Haus. SPD-Generalsekretär Klingbeil fordert die Ablösung des Verfassungs-schutzpräsidenten Maaßen, nach dessen umstrittenen Äußerungen zu den rechtsradikalen Ausschreitungen in Chemnitz. Die Koalition traf sich gestern zu einem Krisengipfel und hat sich vorerst bis Dienstag vertagt. Es ist eine Situation entstanden, bei der wiedermal alle nur verlieren können. Aus heutiger Sicht wäre ein freiwilliger Rücktritt von Hans-Georg Maaßen die sauberste Lösung des Problems.

Das Handelsblatt Research Institute (HRI) hat heute die neue Konjunkturprognose veröffentlicht. Seit vier Jahren wurde der Außenhandel vom Konsum als wichtigstem Wachstumstreiber abgelöst. Das ist grundsätzlich eine gute Nachricht, weil dadurch der Handelsüberschuss sinkt. In 2019 wird der Leistungsbilanzüberschuss Deutschlands auf unter sieben Prozent sinken und damit dem in der EU vereinbarten Oberen Schwellenwert von sechs Prozent näher kommen. Auch US-Präsident Trump  wird diese Entwicklung gefallen.
Auch wenn durch den Außenhandel die gesamtwirtschaftliche Dynamik etwas nachlässt, entwickelt sich die Binnenkonjunktur weiterhin robust. Der private Konsum wird dieses Jahr eal um 1,5% und 2019 um 1,4 Prozent zulegen. Auch die Investitionen steigen weiter, um starke 3,4% dieses Jahr und 2,3 Prozent für 2019 werden prognostiziert.

Einer der größten Profiteure von dieser Entwicklung ist der Staat. Einerseits sind durch die niedrigen Zinsen die Refinanzierungsmöglichkeit ideal, andererseits steigen die Steuereinnahmen stets etwas stärker als die Wirtschaftsleistung. So wird Deutschland für 2019 mit dem Haushaltsüberschuss erstmals seit 2002 wieder einen Schuldenstand von unter 60% des BIP vermelden können.

Das HRI gibt dem Bund aber auch eine Empfehlung mit auf den Weg. Einige Industrie-staaten haben in den letzten Jahren ihre Körperschaftssteuern gesenkt, dadurch ist Deutschland zu einem Hochsteuerland für Unternehmen geworden. Eine Unternehmenssteuerreform würde den Standort Deutschland für internationale Investoren wieder attraktiv machen und die Wachstumskräfte stärken.

Wir wünschen Ihnen ein weiteres schönes September-Wochenende.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.