Editorial der Freitags-Info vom 16.02.2018

Geposted von Bernd Heimburger am

Rekorde beim deutschen Export und auch beim Import
Letzte Woche hat das Statistische Bundesamt die vorläufigen Ergebnisse zum Export und Import der deutschen Unternehmen veröffentlicht. Danach wurden im Jahr 2017 Waren im Wert von 1.279,4 Milliarden Euro ausgeführt und Waren im Wert von 1.034,6 Milliarden Euro ein-geführt worden.
Wegen der stärker anziehenden Einfuhren verringerte die Wirtschaft zum ersten Mal seit 2009 ihren Exportüberschuss auf 244,9 Milliarden Euro. Deutschland ist nach wie vor der Kritik besonders der Länder ausgesetzt, die viel importieren. Die Bundesrepublik ist einer der Hauptverantwortlichen beim Ungleichgewicht im Welthandel. Wegen der Exportüberschüsse steht Deutschland unter internationalem Zuletzt hatte auch die IWF-Chefin Lagarde den deutschen Handelsüberschuss als zu hoch kritisiert.
Nach Meinung des Außenhandelsverbandes steuert der deutsche Export auch im Jahr 2018 auf einen weiteren Rekord zu. Ein Wachstum der Ausfuhren von ca. fünf Prozent, bei den Importen von ca. sieben Prozent wird erwartet.

Fast jede Woche werden wir mit solch hervorragenden Zahlen konfrontiert, seien es volkswirtschaftliche Rahmendaten oder auch unternehmspezifische Daten. Aus diesen Gründen ist es schwer nachvollziehbar, wie dann trotzdem die Börsen, wie in der letzten Woche, so starke Rückschläge hinnehmen müssen. Begründungen sind in solchen Situationen immer schnell zur Hand. Dieses Mal musste der relativ starke Zinsanstieg in Europa und auch in den USA als auslösender Faktor herhalten, auch wenn seit einigen Monaten über die Zinswende diskutiert wird .Der Grund für die steigenden Zinsen sind sicherlich die anziehenden Inflationsdaten. Dieser Anstieg wird seit Wochen so erwartet.

Ein weiterer Auslöser bzw. Nutznießer wurde aber in Börsenkreisen auch ausgemacht. Einer der größten, wenn nicht der weltgrößte, Hedgefonds „Bridgewater“ wettet aktuell auf fallende DAX-Kurse. Dieser Akteur leiht sich Aktien bei institutionellen Anlegern, die dafür eine kleine Leihgebühr erhalten, und verkauft dann in großen Stückzahlen diese Aktien an der Börse, mit der Erwartung diese zu einem späteren Zeitpunkt (wenige Tage oder Wochen) wieder  zu deutlich tieferen Kursen zurückzukaufen. Dann werden die Aktien wieder an den Verleiher zurücktransferiert. Man spricht hier von Leerverkäufen über 6 – 7 Milliarden Euro in der vergangenen Woche.

Wir wünschen Ihnen ein geruhsames oder aktives Wochenende, ganz nach Ihren Bedürfnissen.

Bernd  Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.