Editorial der Freitags-Info vom 16.06.2017

Geposted von Bernd Heimburger am

„Fondssparen wird salonfähig“ – so lautet der Leitartikel einer deutschen Finanzzeitschrift vor wenigen Wochen. Das Marktforschungsinstitut Forsa ermittelt quartalsweise im Auftrag einer großen deutschen Fondsgesellschaft das Anlegerverhalten. Dabei werden jedes Quartal 500 Finanzentscheider in privaten Haushalten im Alter von 20 bis 59 Jahren befragt. Obwohl wir in den letzten Wochen das Thema Fondssparen schon zwei Mal angeschnitten haben, halten wir die aktuellen Zahlen für interessant.
In Zeiten niedriger Zinsen sind Aktien und Fonds ertragreiche Alternativen zu Spareinlagen, so eines der Ergebnisse der Umfrage. Trotzdem legen knapp drei Viertel der Deutschen ihr Geld in Sparkonten und Tagegeldern an. Dahinter steht die Hoffnung,  dass die Zinsen, ähnlich wie in den USA, auch in Europa bald wieder steigen und sich dann die Sparkonten und Tagegeldkonten wieder besser verzinsen. Trotzdem halten es 43 Prozent der Befragten inzwischen für sinnvoll, einen Teil ihres Geldes in höher rentierliche Anlageformen anzulegen. 88% der Befragten könne sich einen Sparplan mit 50 Euro Beitrag im Monat leisten. Knapp ein Drittel der Anleger sparen 100 bis 200 Euro pro Monat. Das Potential ist also da. Vielleicht ist hier noch mehr Aufklärungsarbeit zu leisten. Auch wenn die Zinsen in Deutschland sich verdoppeln, also beispielsweise 10-jährige Bundesanleihen anstatt der aktuellen 0,3% dann 0,6-0,75 % Ertrag bringen ändert das nicht viel an der Zinslos-Situation bei Sparkonten und Tagegeldern.
Von Seiten der großen deutschen Fondsgesellschaften kommen im Jahr 2017 sehr gute Zahlen bei den Mittelzuflüssen. Nach einer aktuellen BVI-Statistik flossen den vier größten deutschen Fondsgesellschaften im bisherigen Jahresverlauf alleine im Sektor der Mischfonds fast 15 Milliarden Euro zu. Die Mischfonds sind sicherlich hauptsächlich aus einem Grund Anlegerlieblinge, die Fonds können sowohl in Aktien wie auch in Renten oder in andere Assets investieren.
So sollte es doch den deutschen Sparern und Anlegern zu vermitteln sein, dass es sinnvoller ist, anstatt sein Geld auf zinslosen Konten zu halten, die monatlichen Liquiditätsüberschüsse in einen Sparplan zu investieren, der genau den persönlichen Zielvorstellungen entspricht. Ein Sparplan ist ein einfaches Instrument, ohne feste, lange Laufzeiten oder Mindestbeträge, flexibel und jederzeit an die persönlichen Verhältnisse anpassbar.
Wir wünschen Ihnen ein hochsommerliches Wochenende.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.