Editorial der Freitags-Info vom 21.06.2019

Geposted von Thomas Boldt am

Goldpreis auf Sechsjahreshoch

Gold gilt in Zeiten niedriger Zinsen und politischer Krisen als beliebte Wertanlage. Auch dank der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank schießen die Preise für das Edelmetall derzeit in die Höhe. Analysten sehen noch kein Ende des Trends – im Gegenteil.

Gold steigt in der Gunst der Anleger. Am heutigen Freitag kletterte der Preis für eine Feinunze des Edelmetalls bis auf 1411 USD. Das ist der höchste Stand seit September 2013. In Euro gerechnet wurde der höchste Preis im April 2013 erreicht. In der Spitze kostete eine Feinunze Gold am Freitag 1248 Euro.

Gold erhält derzeit von mehreren Seiten Rückenwind. Ein wichtiger Punkt ist die Geldpolitik: Die US-Notenbank Fed hat in dieser Woche ihre Bereitschaft durchblicken lassen, ihre Leitzinsen zu verringern. Die Aussicht auf fallende Zinsen kommt Gold zugute, weil das Edelmetall im Gegensatz zu vielen anderen Anlagen keine regelmäßigen Erträge wie Zinsen abwirft.

Hinzu kommt der schwächere Dollar, der unter der Erwartung sinkender US-Zinsen leidet. Gold wird international in amerikanischen Dollar gehandelt. Ein fallender Dollarkurs kommt Anlegern außerhalb des Dollarraums entgegen, weil diese günstiger an die US-Währung und damit auch an Gold kommen.

Ein dritter Grund für den steigenden Goldpreis sind die zahlreichen politischen Risiken in der Welt. Allen voran sorgen die hohen Spannungen zwischen den USA und dem Iran für Verunsicherung. Hinzu kommen die zahlreichen Handelskonflikte, insbesondere der Zoll- und Technologiestreit zwischen den USA und China. Gold gilt bei vielen Anlegern als sicherer Rückzugsort in unruhigen Zeiten.

 

Die Analysten von Capital Economics rechnen zunächst mit einer weiteren Steigerung der Goldpreise in der zweiten Jahreshälfte. Innerhalb der kommenden drei Monate sei ein Anstieg auf 1.450 Dollar wahrscheinlich – zumindest, wenn die Fed ihre lockere Haltung auch nach dem geldpolitischen Treffen im Juli weiter beibehalte. In der Euro-Krise 2011 hatten die Goldpreise ihr bislang historisches Hoch von über 1900 USD erreicht. Sie fielen zwei Jahre später wieder, als die US-Notenbank erstmals andeutete, ihre lockere Geldpolitik zu straffen.

Thomas Boldt und das Team von Gies & Heimburger wünscht Ihnen ein sonniges Wochenende.

Direktor Privatkunden Gies & Heimburger GmbH