Editorial der Freitags-Info vom 22.02.2019

Geposted von Andreas Rosner am

In England steht die Brexit Uhr auf:

(Quelle Alamy Stock Photo)

und wie es aussieht, wird sich die Uhr bis zu einer Entscheidung über den endgültigen Exit Vertrag noch weitere 4 Minuten und 59 Sekunden weiter drehen. Trotz der gefühlten hundersten Vermittlungsrunde zwischen Theresa May und der EU wird eine Entscheidung erst in derbuchstäblich letzten Sekunde fallen.

Mittlerweile bauen sich in den Medien die kurisose Szenarien auf. So schreibt das Handels-blatt vom 21.02.2019:
Mehr als 50 Tage brauchen die Schiffe vom größten britischen Containerhafen Felixstowe bis in den Fernen Osten, in die Häfen von Singapur oder Südkorea. Für Frachter Kapitäne, die in diesen Tagen in Felixstowe ablegen, wird die Reise zu einer Fahrt ins Ungewisse. Sie werden noch auf See sein, wenn Großbritannien am 29. März die EU verlässt. Bei einem ungeordneten Brexit könnte es passieren, dass sie ihre Container nach der Ankunft erst mal lagern müssen. „Die Schiffe könnten im Hafen ankommen und feststellen, dass ihnen der Markt verschlossen bleibt, für den sie um die halbe Welt gefahren sind“, sagt Ben Digby, Handelsexperte beim britischen Unternehmensverband CBI. „Nehmen Sie zum Beispiel eine Ladung Whisky für Südkorea. Bei einem ungeordneten Brexit müssten die Schiffe im Hafen warten, bis die Lage klar wird. Über Nacht würde 20 Prozent Zoll auf die Flaschen fällig.“

Hinzu kommt das im britischen Parlament, sowohl bei den Tories als auch bei Labour, namhafte Politiker genervt „hinwerfen“ und sich eine neue liberale Mitte in der Parteienlandschaft bildet, weil die beiden großen „Volksparteien mittlerweile so weit an den Rand der Gesellschaft gerutscht sind, dass sie einen Großteil der Bevölkerung nicht mehr repräsentieren. So zu lesen in einem Artikel von Spiegel Online. Weiter heißt es darin:            “ Exakt genommen sind es 48 Prozent, nämlich all jene, die nie für einen Brexit gestimmt haben. Hinzurechnen könnte man alle, die zwar einen Brexit, nie aber den wirtschaftlich destruktiven No Deal riskieren wollten, der jetzt schon immer mehr Unternehmen aus Großbritannien vergrault. Man könnte sogar all diejenigen Wähler mit einbeziehen, die nicht mehr hinnehmen wollen, dass über den Brexit andere Politik vergessen wird: Sozial- und Gesundheitspolitik, eine verantwortungsvolle Wirtschaftspolitik und nicht zu vergessen die Außenpolitik.

Vielleicht denkt das Parlament in dieser bedrohlichen Gemengelage wirklich noch einmal nach, in einem neuen Votum, erneut das Volk zu fragen. Jetzt wo immer deutlicher wird, wo die Sprengkraft in einem No Deal Brexit liegt.

Noch steht der Uhrzeiger auf fünf vor zwölf!

Wir wünschen Ihnen ein sonniges Wochenende.

Andreas Rosner

und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Andreas Rosner ist Direktor Privatkunden der Gies und Heimburger GmbH.