Editorial der Freitags-Info vom 22.03.2019

Geposted von Thomas Boldt am

Gedanken zum Weltwassertag

?Jeden Morgen duschen, die eigene Toilette benutzen, sauberes Wasser aus der Leitung trinken – in Deutschland kein Problem, global aber keine Selbstverständlichkeit. 2,1 Mrd. Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser, so der Bericht der Vereinten Nationen.

Der diesjährige Weltwasserbericht der UNESCO  macht auf große Ungleichheiten beim Zugang zu Wasser aufmerksam. 4,3 Mrd. Menschen können demnach keine sicheren Sanitäranlagen nutzen. Besonders betroffen seien dabei ohnehin diskriminierte Gruppen wie Arme, Flüchtlinge, Landbewohner oder Slum-Bewohner, erklärte die UNESCO zum Weltwassertag am 22. März in Bonn. Unter der Überschrift „Niemanden zurücklassen“ erstellte die UNESCO den Bericht im Auftrag der Vereinten Nationen.

Rechte nicht verwirklicht

„Sicheres Wasser und sichere sanitäre Einrichtungen sind Menschenrechte. Doch für Milliarden Menschen sind diese Rechte nicht verwirklicht“, mahnte Ulla Burchardt, Vorstandsmitglied der Deutschen UNESCO-Kommission. „Über 2 Mrd. leben ohne sicheres Trinkwasser, 844 Mio. müssen mindestens eine halbe Stunde täglich für die Wasserbeschaffung aufwenden oder sie haben gar keinen Zugang.“ Burchardt forderte effektivere Investitionen in die Infrastruktur wie Wasseranschlüsse und Sanitärversorgung, gerechte Gebühren sowie mehr Forschung und Innovation.

Selbst in Europa und Nordamerika hätten 57 Mio. Menschen keine Wasserleitungen in ihren Häusern und 36 Mio. bleibe der Zugang zu grundlegenden Sanitäranlagen verwehrt.

Viele Betroffene in Afrika

Die Hälfte der Menschen weltweit mit unzureichendem Zugang zu sicherem Trinkwasser lebt dem Bericht zufolge in Afrika. Lediglich 24% der Bevölkerung Subsahara-Afrikas haben Zugang zu sicherem Trinkwasser. Nur 28% nutzen sanitäre Einrichtungen, die sie nicht mit anderen Haushalten teilen müssen. Unterschiede zeigen sich auch zwischen Arm und Reich, zwischen Stadt und Land. Slum-Bewohner zahlen häufig 10-20 Mal so viel für Wasser wie Bewohner von wohlhabenden Vierteln und erhalten dafür oft Wasser von schlechterer Qualität. Dabei sind Stadtbewohner meist weiterhin bessergestellt als Bewohner ländlicher Regionen. Im Jahr 2015 hatten nur 2 von 5 Menschen in ländlichen Regionen Zugang zu fließendem Wasser, hingegen 4 von 5 in urbanen Räumen. In Städten waren 63% der Haushalte an ein Abwassersystem angeschlossen, in ländlichen Gebieten dagegen nur 9%.

Wassermangel in Flüchtlingslagern

Für Geflüchtete und Binnenvertriebene bestehen häufig hohe Hindernisse beim Zugang zu Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. In Kolumbien etwa, wo bis heute über 1 Mio. Menschen aus dem benachbarten Venezuela ankamen, fehlt in den Grenzstädten eine ausreichende sanitäre Infrastruktur. Auch in dauerhaften Flüchtlingslagern sei die Wasserversorgung häufig besorgniserregend, heißt es in dem Bericht. In jordanischen Lagern nahe der syrischen Grenze stehen beispielsweise etwa 35 Liter Wasser pro Tag zur Verfügung, entgegen dem von der jordanischen Regierung für Bürger in Städten außerhalb von Amman festgelegten Ziel von 100 Liter pro Tag.

Über zwei Milliarden Menschen weltweit leben in Staaten mit sogenanntem hohen Wasserstress. In diesen Staaten werden mehr als ein Viertel der erneuerbaren Wasserressourcen genutzt. Jüngste Schätzungen zeigten, dass über 50 Staaten von Wasserstress betroffen sind, heißt es in dem Bericht: 31 Länder wie Mexiko und China nutzen zwischen 25% und 70% der erneuerbaren Wasserressourcen, weitere 22 Länder mehr als 70%. Dazu zählen Ägypten und Pakistan.

Deutschland ist Mitverursacher großer Probleme

In Deutschland werden den Angaben nach seit 15 Jahren weniger als 20% der erneuerbaren Wasserressourcen genutzt. Deutschland sei auf einem guten Weg, „doch wir sind Mitverursacher der großen Probleme in anderen Weltregionen, durch den Import etwa von Baumwolle oder Rindfleisch, deren Herstellung teils gewaltige Wasserressourcen benötigt“, mahnte Burchardt.
Sie fordert auch eine neue Landwirtschaftspolitik in Deutschland. Denn nur 7% der deutschen Flüsse und Bäche seien in einem guten oder sehr guten ökologischen Zustand.

Alle diese Fakten sind auch für uns ein wichtiges Argument verantwortungsvoll in nachhaltige und ökologische Investments zu investieren. Fragen Sie bei uns nach!

Thomas Boldt
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH wünscht Ihnen ein sonniges Wochenende.

 

Direktor Privatkunden Gies & Heimburger GmbH