Editorial der Freitags-Info vom 22.06.2018

Geposted von Bernd Heimburger am

Diese Woche ist geprägt von politischen Auseinandersetzungen und Entwicklungen in der Flüchtlingspolitik und wirtschaftspolitischen Maßnahmen rund um den drohenden Handelskrieg zwischen USA und China.

Der Koalitionsstreit zwischen CDU und CSU bezüglich der Flüchtlingspolitik wurde über das letzte Wochenende dann doch auf die europäische Bühne verschoben, aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die CSU fürchtet um die absolute Mehrheit bei den anstehenden Landtagswahlen, laut einem „ZEIT-Interview“ mit Bezug auf CDU-Kreise. In der SPD gibt es offensichtlich bereits Pläne zur Organisation eines bevorstehenden Bundestags-wahlkampfes, da der Streit in der Union über die Flüchtlingspolitik anhält. Der hessische Ministerpräsident Bouffier zeigt sich optimistisch, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf europäischer Ebene binnen zwei Wochen „eine ganze Menge“ erreichen könne. „Auch Länder wie Italien haben ein Interesse daran, dass Deutschland stabil bleibt.“
Selbst im einwanderungsfreundlichen Schweden kippt die Stimmung vor den anstehenden Wahlen wegen der Probleme mit der Migration.

Es bleibt spannend und abzuwarten, ob sich auf Ebene der Europäischen Union Lösungen finden lassen. Der französische Präsident Macron und die deutsche Kanzlerin Merkel haben in den letzten Tagen den Grundstein für eine neue europäische Flüchtlingspolitik gelegt.

„Aus dem Handelsstreit wird ein Handelskrieg“ titelt die Süddeutsche Zeitung am Wochenende. Wie seit Monaten angekündigt, verhängte Präsident Trump Strafzölle über 50 Mrd. Dollar auf Waren aus China. Im Gegenzug reagierte China mit Zöllen auf 545 amerikanische Waren. Wie du mir so ich dir, ist das Motto zwischen den Großmächten. Trump setzt auf Eskalation, um am Ende dann wieder einen Deal zu machen, den er sich gutschreiben kann. Das ist eben nicht die übliche Weltpolitik sondern „Dealmaking“ Man kann nur hoffen, dass sich der amerikanische Präsident nicht verzockt, in der Auseinandersetzung mit China. Die Chinesen haben außerhalb des Bereiches der Strafzölle durchaus gewichtige Möglichkeiten, den USA zu schaden. Wenn wir ein Jahr nach vorne schauen und die amerikanische Notenbank den Zinserhöhungsprozess vielleicht wieder beendet, um die Wirtschaft nicht weiter zu belasten, sondern schon wieder über potenzielle Unterstützungsmaßnahmen nachdenkt, könnte ein starker Abbau der chinesischen Bestände in US-amerikanischen Staatsanleihen dem US-Rentenmarkt heftig zusetzen. Wir hoffen, dass dieses Fass nicht aufgemacht wird und zuvor eine Lösung gefunden wird, die den weltweiten Handelskrieg nicht weiter eskalieren lässt.

Wir wünschen Ihnen ein schönes erstes Sommerwochenende.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.