Editorial der Freitags-Info vom 23.08.2019

Geposted von Andreas Rosner am

Wird die schönste Jahreszeit zum Problem

Noch immer ist in Deutschland Ferienzeit, denn in einigen Bundesländern hat die Schule noch nicht begonnen. Viele Urlauber erfreuen sich in den schönen Feriendestinationen weltweit an ihrem wohlverdienten Urlaub. Doch die Freude daran trübt sich immer mehr ein. 

Schuld daran ist die Diskussion um den Klimawandel. Ausgerechnet, auch ausgelöst durch den immer stärkeren Tourismus. Wir reisen gerne in Ferne Länder mit dem Flugzeug oder fahren mit dem Kreuzfahrtschiff über die Weltmeere. Aber auch die Fahrt mit dem Auto an unser Urlaubsziel erzeugt große Mengen an klimaschädlichem CO2

Das Flugzeug ist aber das klimaschädlichste Verkehrsmittel. So verursacht etwa ein Hin- und Rückflug von Deutschland auf die Kanarischen Inseln, die circa 3.800 Kilometer entfernt liegen pro Person einen Ausstoß von circa 1800 Kilogramm CO2. Zum Vergleich: Mit einem vollbesetzten Mittelklassewagen könnte man rund 45.000 Kilometer weit fahren, um genauso viel CO2 Ausstoß zu verursachen.

Die Umweltaktivistin Greta Thunberg, bekannt durch die Friday for Future Bewegung, reist in diesen Tagen mit einem Klimaneutralen Segelboot von England nach New York zum UN Klimagipfel. Sie nimmt die beschwerliche und nicht ungefährliche Reise über den Atlantik auf sich und hat bewusst dieses Transportmittel gewählt. Den würde sie nach New York fliegen, würde allein der Hinflug 1.480 Kilogramm CO2 freisetzen. Fast soviel wie ein einziger Mensch in Indien in einem ganzen Jahr verbraucht. Beeindruckende und sehr beängstigte Zahlen.

Städtetourismus in der Kritik

Zunehmend kritisch wird aber auch der Massentourismus in europäischen Städten gesehen. So gibt es in der spanischen und bei Touristen sehr beliebten Hafenstadt Barcelona zunehmend Proteste gegen die Flut an Menschen, die täglich von riesigen Kreuzfahrtschiffen in die Stadt gespült werden. Und der Bürgermeister hat reagiert und drei zentrale Terminals geschlossen.

Aber auch in Venedig wehrt sich die Bevölkerung vehement gegen den „Overtourism“. Tausende Demonstranten zogen kürzlich mit Schildern und Transparenten durch die Stadt – darauf Slogans wie „Keine großen Schiffe“ und „Haltet große Schiffe aus der Stadt fern“. Auslöser war die Kollision eines Kreuzfahrtschiffs mit einem Ausflugsboot.

Ich denke es wird Zeit umzudenken und vielleicht werden Sie bei der nächsten Urlaubsplanung eine andere Art von Urlaub machen. Mit dem Rad an Flüssen wie Donau, Neckar oder Main entlangradeln.

Ist sehr schön, habe ich schon gemacht.

Andreas Rosner und das gesamte Team von Gies & Heimburger wünscht Ihnen ein hoffentlich Klimaneutrales Wochenende

Andreas Rosner ist Direktor Privatkunden der Gies und Heimburger GmbH.