Editorial der Freitags-Info vom 26.07.2019

Geposted von Andreas Rosner am

In Deutschland purzeln aktuell die Rekorde, bei den Temperaturen im Plusbereich, bei den Zinsen im Minusbereich. Fachleute zeigen sich überrascht und sorgenvoll gleichermaßen. Sind beide Entwicklungen doch unnormal und nicht minder dramatisch. Und das bedrohliche ist, ein Ende ist sowohl bei den rückläufigen Zinsen als auch bei den klimatischen Hitzewellen nicht absehbar.

Rekordtief bei deutschen Staatsanleihen

Anfang Juli 2019 erreichte die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen mit minus 0,4% ihren vorläufigen Rekordwert und die gestrige EZB Sitzung lässt vermuten, dass dies noch nicht der tiefste Punkt gewesen sein muss. Mein Kollege, Thomas Boldt, wird die aktuelle Zinspolitik der EZB in einem Homepagebeitrag beleuchten.
Wie immer gibt es zwei Seiten bei einer Medaille und was alle Schuldner freut, denn sie können sich sehr billiges Geld bei den Banken leihen, bringt alle, die Liquidität anlegen wollen und müssen schier um den Verstand. Allen voran die Versorgungswerke kommen zunehmend in große Schwierigkeiten ihre Rentenzusagen aufrechtzuhalten, aber auch Stiftungen müssen den Gürtel enger schnallen. Denn sie können ihre Stiftungszwecke nur aus den Erträgen des Stiftungskapitals bedienen.

Rekordhoch bei den Temperaturen

In Deutschland wurde gestern der bisherige Hitzerekord aus dem Jahr 2015 (40,3 Grad) gebrochen. In Lingen im Emsland wurden gestern 42,6 Grad gemessen, gleich an 15 Messstationen lag die Temperatur über dem alten Rekord. Dies hat dramatischen Folgen für Mensch, Natur und Technik.

  • Rettungsdienste und Feuerwehren im Dauereinsatz
  • Zugausfälle bei der Bundesbahn wegen versagender Klimaanlagen und Weichen
  • Abschaltung von Kraftwerken, weil die zur Kühlung eingesetzten Flüsse zu warm sind und Streufahrzeuge im Einsatz auf Autobahnen, die Salz verteilen, um ein aufbrechen der Asphaltdecke zu verhindern
  • Menschen, die unter der Hitze leiden, weil sie ungeschützt im Freien arbeiten müssen
  • Säuglinge und Kleinkinder, deren Herz- und Kreislaufsystem auf solche Temperaturen noch nicht ausgelegt ist
  • Bäume, die den Wassermangel nach der Hitzeperiode im Sommer des letzten Jahres immer noch nicht aufgeholt haben
  • verdorrte Felder mit hohen Ernteausfällen
  • junge Rebstöcke (die noch nicht sehr tiefe Wurzeln haben), die in den Weinbergen vertrocknen…

 

…die Liste der Schäden ließe sich weiter fortsetzen…

Klimaforscher sind sich einig: „Nur eine rasche Reduzierung der Nutzung fossiler Brennstoffe und damit der CO2-Emissionen kann eine weitere verheerende Zunahme der Wetterextreme verhindern, die mit dem menschgemachten Klimawandel zusammenhängen.

Andreas Rosner und das gesamte Team von Gies & Heimburger wünscht Ihnen ein hoffentlich erträgliches Wochenende

 

Andreas Rosner ist Direktor Privatkunden der Gies und Heimburger GmbH.