Editorial der Freitags-Info vom 27.07.2018

Geposted von Bernd Heimburger am

Heute wollen wir zwei Themen auf das Schild heben, die die Presse diese Woche beschäftigten bzw. aus unserer Sicht zu stark in den Blickwinkel rückten.
Zum einen wurde am Mittwoch nach Börsenschluss das Quartalsergebnis von Facebook veröffentlicht. Die Enttäuschung war groß und die Aktie wurde dann gestern mit Kursverlusten von – in der Spitze 20 % abgestraft. In den letzten Quartalen war jeder Rücksetzer in der Technologie-Branche eine Kaufgelegenheit. Ob das dieses Mal auch wieder der Fall sein wird,  muss mindestens in Frage gestellt werden. Was uns auch dieses Fragezeichen beschert ist der Umstand, dass im 1. Halbjahr 2018 ungeheure Beträge aus den viel diskutierten ETF´s in die Technologiebranche geflossen sind. Hier stellt sich ja bekanntlich nicht die Frage, ob eine Technologieaktie zu hoch bewertet ist, sondern gemäß der Gewichtung im jeweiligen Index wird im ETF einfach investiert, es ist ja kein aktiver Ansatz erlaubt. Durch die hohen Börsenkapitalisierung der einzelnen Tech-Aktien sind dann auch die Investitionen entsprechen groß. Die Investitionssumme im ETF-Bereich war im 1. Halbjahr 2018 schon größer als im Gesamtjahr 2017, das ist bedenklich.

Die zweite Geschichte, die vorwärts und rückwärts durch sämtliche politischen und sportpolitischen Diskussionen ging war die Migrationsdiskussion um den Ex-Nationalspieler Mesut Özil. Aus meiner Sicht ist es schon sehr gewagt, den Rücktritt eines Multimillionärs, der in London lebt, als Beispiel für eine misslungene Migrationspolitik in Deutschland her zu nehmen. Sicherlich hat der DFB in dieser Angelegenheit Fehler gemacht und kein professionelles Bild abgegeben, aber wie das Handelsblatt schreibt, so wenig Kritik an Israels Regierung Antisemitismus ist, sowenig ist die Schelte für ein Treffen mit Erdogan Rassismus. Leider profitiert in Deutschland  von so einer Diskussion wieder nur das rechte Spektrum.  Am Mittwoch schrieb das Handelsblatt treffend: Der türkische Fotofreund von Mesud Özil, der türkische Präsident Erdogan, hat einen Plan, die Türkei kämpft gerade mit Deutschland um die Ausrichtung der Fußball-EM 2024, die Zärtlichkeitsattacke des Präsidenten hat ja genau damit zu tun. Eines sollte auch ein deutscher Fußballspieler mit türkischen Wurzeln nicht vergessen, seinen türkischen Wurzeln macht er mit so einer Aktion keinen Gefallen, die türkische Währung verlor in den letzten 12 Monaten annähernd 40 % zum Euro, die Inflation steigt weiter und die wirtschaftliche Entwicklung kann dem internationalen positiven Trend nicht folgen. Die türkische Bevölkerung zahlt langsam die Zeche für diese Entwicklung hin zur Autokratie.

Wir wünschen Ihnen ein weiteres schönes Sommer-Wochenende mit einer Mondfinsternis heute Nacht.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.