Editorial der Freitags-Info vom 27.09.2019

Geposted von Andreas Rosner am

F4F
Heute ist Freitag und vor allem Schüler und Studenten auf der ganzen Welt gehen auf die Straße, um für die Rettung des Klimas zu demonstrieren. Aber die Bewegung findet immer mehr Akzeptanz auch bei den Erwachsenen. So gingen am vergangenen Freitag weltweit Millionen Menschen aller Altersgruppen auf die Straße, um sich für einen besseren und vor allem nachhaltigen Schutz des Klimas einzusetzen. Dabei steht das Kürzel F4F = Friday for future auf vielen Plakaten, aber auch Ermahnungen wie: Hört auf, uns zu verKOHLEn“, oder: „Kurzstreckenflüge nur für Bienen.

Klimapaket der Bundesregierung
Zeitgleich präsentierte die Bundesregierung ihr Maßnahmenpaket gegen den Klimawandel und wie nicht anders zu erwarten, sind die Reaktionen sehr unterschiedlich. Während die Koalition sich mit dem ausgehandelten Masterplan sehr zufrieden zeigt, hagelt es von der Opposition, Ökonomen und Klimaaktivisten zum Teil harsche Kritik. Man spricht sogar von einer Mogelpackung, Kaltherzigkeit oder einem Sammelsurium an Maßnähmchen. Für Ex-Bundesumweltminister Jürgen Trittin ist das Papier ein „Dokument der Mutlosigkeit“, es sei völlig unambitioniert“.

Ich denke auch, dass es noch an vielen Stellen nachgebessert werden kann und muss aber festzuhalten bleibt auch, dass unsere Politiker, Dank Greta Thunberg, den Ernst der Lage erkannt haben. Im Gegensatz zu den USA, wo Präsident Trump keinerlei Ansätze zeigt, seine Politik Klimafreundlich zu gestalten.

Klima Uhr steht auf 12
Wie ernst die Lage ist, zeigen uns in diesen Tagen Bilder aus Frankreich, wo am Mont Blanc Massiv Teile eines Gletschers abzubrechen drohen. Für Fachleute eine Folge des Klimawandels. Überhaupt sind sich Forscher darüber einig, dass wir an den Gletschern weltweit am besten erkennen, wie rasch die Erderwärmung im letzten Jahrzehnt vorangeschritten ist. Auch an den Polkappen ist abzulesen auf welchem kritischen Klimakurs sich unsere Erde befindet. Ein deutsches Forschungsschiff ist in der letzten Woche aufgebrochen, um sich ein Jahr lang mit dem Packeis zu bewegen. Die Reise ist mit riesigen Erwartungen verbunden: „Wir werden die wesentlichen Klimaprozesse erfassen, um den Klimawandel besser zu verstehen“, sagte Expeditionsleiter Dr. Markus Rex. Das Ganze ist also überhaupt keine Schnapsidee, sondern vielmehr der mutige Versuch, die vom Klimawandel besonders betroffenen Polarregionen zu untersuchen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Erkenntnisse der Forscher zu einem Umdenken im Umgang mit dem Klima bei uns allen führen. Sich dabei auf die Politiker zu verlassen, bedeutet, wertvolle Zeit zu verlieren. Denn die Klima Uhr steht auf 12 Uhr!

Andreas Rosner und das gesamte Team von Gies & Heimburger wünscht Ihnen ein angenehmes Wochenende.

Andreas Rosner ist Direktor Privatkunden der Gies und Heimburger GmbH.