Editorial der Freitags-Info vom 28.06.2019

Geposted von Andreas Rosner am

G20 Treffen in Japan

An diesem Wochenende findet im japanischen Osaka das regelmäßig stattfindende G20 Gipfeltreffen der wichtigsten Industrienationen statt und die Agenda hat es in sich.

Im Fokus dürfte sicher das bilaterale Treffen von US Präsident Donald Trump und Chinas Präsident Xi Jinping stehen und die Hoffnungen weltweit sind groß, das sich die Staatschefs der beiden größten Volkswirtschaften am Rande des Gipfels auf einen Kompromiss im Handelsstreit einigen und so, wie bei ihrem letzten Treffen in Buenos Aries im vergangenen Dezember, eine weitere Eskalation verhindern. Denn je länger der Handelskonflikt zwischen den beiden Ländern andauert, desto stärker belastet er die Wirtschaft in vielen Ländern. Vor allem exportorientierte Volkswirtschaften wie z.B. Südkorea könnten aufgrund des Handelskrieges schon im zweiten Quartal in die Rezession rutschen, wie heute das Handelsblatt schreibt. US Finanzminister Steve Mnuchin, der Teil des Verhandlungsteam ist sagte noch vor dem Treffen, das man zu 90 Prozent am Zeil sei und es einen belastbaren Weg gibt, einen Deal zum Abschluss zu bringen.

Aufgrund der aktuellen Wirtschaftsdaten in beiden Ländern ist dies auch dringend geboten. Beide Volkswirtschaften melden rückläufige Wachstumszahlen. Allein die neuen Einfuhrzölle, die die USA im Mai für Waren aus China verhängt hat, könnten Chinas Wachstumszahlen in diesem Jahr um 0,2 bis 0,3 Prozent drosseln schreibt dazu das Handelsblatt. Weiter heißt es: Sollten weitere Strafzölle wie bereits angedroht erhoben werden, könnte die Konjunktur in den kommenden 12 Monaten sogar um bis zu 0,5 Prozent schrumpfen. Auch in den USA rechnet man bei einer weiteren Eskalation des Handelskrieges mit einer rückläufigen Wirtschaftsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte um 0,5 % und im kommenden Jahr um bis zu 1%. Rückgänge, die das eh schon schwächere Wachstum weiter verschärfen.

Seine nächsten Adressaten im Handelskrieg hat US Präsident Trump bereits ausgemacht: die von Indien verhängten Zölle auf US Produkte seien inakzeptabel, twitterte er am Donnerstag und forderte den indischen Premierminister Modi auf, diesen Schritt zurückzunehmen. Auch Vietnam rückt zunehmend in das Visier Trumps. Während Chinas Exporte in die USA einbrachen, stiegen die Exporte Vietnams in die USA im ersten Quartal um 40 Prozent. Der Grund hierfür war, dass viele chinesische Hersteller ihren Sitz nach Vietnam verlegen, um die Zölle auf ihre Waren zu umgehen.

Man darf also sehr gespannt sein, ob sich in der Abschlusserklärung des Gipfels, eine gemeinsam verabschiedete Erklärung zum Freihandel ohne protektionistische Handelspolitik findet.

Damit sie nicht wieder zu spät zum Gipfel kommt, hat Bundeskanzlerin Merkel vorsichtshalber zwei Maschinen der Flugbereitschaft für die Reise nach Japan geordert!

Andreas Rosner

und das gesamte Team von Gies & Heimburger wünscht Ihnen ein sonniges Wochenende

Andreas Rosner ist Direktor Privatkunden der Gies und Heimburger GmbH.