Editorial der Freitags-Info vom 28.12.2018

Geposted von Bernd Heimburger am

Deutschland hat in den letzten 30 Jahren sehr stark von der Globalisierung in der Welt profitiert. Viele Jahre hielt unser Land den Titel „Exportweltmeister“. In die beiden wichtigsten Handelspartner, USA und China, führten deutsche Unternehmen im Jahr 2017 Waren im Wert von knapp 200 Milliarden Euro aus. Besonders China war der Wachstumsmarkt schlecht hin. Seit dem Jahr 2000 stiegen die Ausfuhren von ca. zehn Milliarden auf aktuell 86 Milliarden Euro. Der Chefvolkswirt der Commerzbank formulierte deshalb dieser Tage: Unser Wirtschaftsausblick für Deutschland hängt von der Entwicklung in China ab. Wenn China hustet bekommt Deutschland eine Lungenentzündung. Im Gegensatz zu früheren Kredit-Maßnahmen will nun die chinesische Regierung die Konjunktur mit Steuersenkungen und der Erhöhung von Staatsausgaben wieder in Schwung bringen.

In den letzten zwei Jahren mit dem neuen US-Präsidenten Trump gibt es nun Gegenwind für die Globalisierungsbestrebungen. Sicherlich wird das Rad der internationalen Verflechtungen nicht zurückzudrehen sein, aber temporär sind  Populismus, „America-first-Maßnahmen“ und Diskussionen und Umsetzung rund um das Thema Strafzölle im Vordergrund. Diese genannten Punkte treffen vor allen Dingen die deutsche Automobilindustrie und deren Zulieferer. Ein Viertel der deutschen Exporte in die USA machen Kraftwagen und Zubehör aus. Diese Abhängigkeit macht sich auch Trump mit seinen Drohungen zu Nutze. Der drohende Handelskonflikt mit China würde aber auch die USA stark treffen, dazu kommt, dass im nächsten Jahr die Effekte der US-Steuererleichterungen auslaufen. Auch das Weiße Haus braucht im Jahr 2019 Erfolgsmeldungen und so kann man durchaus erwarten, dass es, wie aktuell ja schon avisiert, doch noch zu Einigungen im Handelsstreit mit China kommen wird.

Das Wachstum in Deutschland wird sich 2019 zwar leicht verlangsamen, aber es wird trotzdem noch ein solides BIP-Wachstum von 1,4 bis 1,6 %  zu erzielen sein. Die Arbeitsmarktdaten sind weiter sehr gut und damit wird auch der Konsum in Europa weiter eine Stütze bleiben.
Wir schrieben diese Woche in einem Kundenanschreiben: Wir sind der festen Überzeugung, dass sich der Einfluss der politischen Ereignisse wieder auf ein Normalmaß reduzieren wird und damit die Alternativlosigkeit der Aktien wieder ins Bewusstsein rücken wird.

Wir wünschen Ihnen ein letztes geruhsames Jahresend-Wochenende und einen „Guten Rutsch“ in das Jahr 2019

Bernd Heimburger und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.