Editorial der Freitags-Info vom 29.11.2019

Geposted von Thomas Boldt am

Die Schuldenuhr tickt unaufhaltsam

Weltweite Schulden erreichen neues Rekordniveau

Auch wenn die letzten globalen Wirtschaftsdaten ermutigend sind, so gibt es noch immer Grund, langfristig etwas vorsichtig zu bleiben. Der aktuellste Wert des weltweiten Schuldenniveaus wurde vor kurzem veröffentlicht und die Neuigkeiten könnten schlimmer nicht sein.

Nachdem die Schulden in der ersten Hälfte von 2019 auf über 250 Billionen USD gestiegen sind, soll die Menge Schulden, die Regierungen, der Finanzsektor und der Nicht-Finanzsektor schulden nun bis zum Jahresende rekordverdächtige 255 Billionen Dollar erreichen, so das Institute of International Finance (IIF) in Washington, D.C.

Laut IIF-Volkswirtschaftler entspricht diese unglaubliche Summe 320% der gesamten, weltweiten Wirtschaftsaktivität – der höchste Wert, den man jemals verzeichnete.

Um es anders zu sagen: Für jeden USD, der heute produziert wird, werden 3,20 USD Schulden gemacht und zum Schuldenberg hinzuaddiert. Das ist nicht nachhaltig.

7 Billionen Dollar nicht fundierter US-Rentenverbindlichkeiten

In den USA erreichten die Staatsschulden am 31. Oktober – Halloween – unvorstellbare 23 Billionen USD. Das sind grob 107% des US-amerikanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) oder fast das Doppelte seines Wirtschaftsanteils von 2000.

Diese Daten stammen von der U.S. National Debt Clock (US-Schuldenuhr), die ich Ihnen empfehlen kann. Es ist ein wertvolles Informationstool, schauen Sie mal rein unter „www.usdebtclock.org“.

Was ich besonders aufschlussreich finde ist die Menge der nicht fundierten Verbindlichkeiten der öffentlichen Rentenfonds. Derzeit nähern sich diese den 7 Billionen USD an – dem Äquivalent von 20.700 Dollar je US-Bürger. Eine nicht fundierte Rente ist jeder Pensionsplan für den nicht genügend Assets beiseite gelegt worden sind. Je größer das Defizit wächst, desto mehr Steuereinnahmen können nicht in Infrastruktur, Bildung und andere öffentliche Aufträge fließen, sondern müssen in Pensionsrückstellungen investiert werden.

Nicht die Religion, wie Karl Marx glaubte, sondern billiges Geld ist das moderne Opium für das Volk. Die Welt führt ihr Doppelleben mittlerweile im Halluzinarium weiter. Die Folgen können vielfältig sein – aber niemals nachhaltig.

Thomas Boldt und das Team von Gies & Heimburger wünscht Ihnen ein schönes Wochenende.

Direktor Privatkunden Gies & Heimburger GmbH