Editorial der Freitags-Info vom 30.06.2017

Geposted von Bernd Heimburger am

heute Mittag hat der Bundestag einen historischen Beschluss gefasst .Die „Ehe für alle“. Gegen den Willen der Unionsfraktion wurde die Tagesordnung entsprechend erweitert. 393 Abgeordnete von 623 abgegebenen Stimmen sprachen sich für die völlige rechtliche Gleichstellung homosexueller Paare aus.
Kanzlerin Angela Merkel stimmte gegen die „Ehe für alle“,  hatte aber Anfang der Woche die Fraktionsdisziplin zu diesem Thema aufgehoben und damit für eine Gewissensentscheidung plädiert. Das Nein zur gleichgeschlechtlichen Ehe galt als letzte konservative Bastion der Union. Diese Abstimmung galt als Test für die Liberalität unserer Gesellschaft so das Handelsblatt. Die FAZ bedauerte diesen Schritt der Union und Kardinal Marx, als Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland beklagt die Auflösung des Ehebegriffs. Voraussichtlich wird aber eine Hürde noch zu nehmen sein. Es wird mit Klagen vor dem Bundesverfassungsgericht gerechnet. Ehe im Sinne des Grundgesetzes ist nur die „Vereinigung eines Mannes mit einer Frau zu einer auf Dauer angelegten Lebens-gemeinschaft“. Der veränderte Zeitgeist ändere nichts an dem Verfassungsverständnis, so die Meinungen.

Diese Woche wurde auch ein weiterer, von uns immer wieder kommentierter Komplex, in der Presse diskutiert. Die Elektro-Mobilität. Erstmals war der Börsenwert des US-Konzerns Tesla höher als der von BMW – knapp 56 Mrd. Euro. Man hat das Gefühl, dass sich die großen deutschen Automobilkonzerne in einer Art Schockstarre befinden. Nun scheint der Knoten zu platzen. BMW will im Jahr 2025 600.000 Elektro-Autos verkaufen, im September auf der IAA stellt BMW die Elektor-Version der 3er-Reihe vor. 400 km Reichweite soll der  e-3er leisten.

Auch VW ist wohl dabei, größere Schritte in Richtung Elektromobilität zu machen. Es gibt wohl Pläne zur Beteiligung an einer großen Lithium-Miene, ein wesentlicher Rohstoff für die Batterien. Es wäre für den deutschen Arbeitsmarkt von sehr gewichtiger Bedeutung, wenn die deutsche Automobilhersteller ihre Position am Weltmarkt auch bei der Elektromobilität beweisen könnten und nicht wie aktuell, die Deutsche Post der größte Produzent von Elektro-Autos bleibt.

Wir wünschen Ihnen ein schönes, erstes Juli-Wochenende.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.