Editorial der Freitags-Info vom 30.11.2018

Geposted von Thomas Boldt am

Hat der EURO an Bedeutung verloren?

Der Dollar ist die wichtigste Währung der Welt. Das wird sich so schnell wohl auch nicht ändern. Dennoch hat die EU konkrete Pläne, den Euro zu stärken – und die EU unabhängiger zu machen.

Der Euro ist nach dem amerikanischen Dollar schon die zweitwichtigste Leitwährung der Welt. Er wird im internationalen Zahlungsverkehr, also über Währungsräume hinweg, als Transaktions- und Reservewährung genutzt.

EU-Kommissionspräsident Juncker wollte den Euro zur Weltwährung zu machen. Nun legt die EU-Kommission nur einen sehr vagen Plan dafür vor. Der Bericht zeigt, dass der Euro an Bedeutung verloren hat.

Knapp drei Monate nachdem EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker angekündigt hat, den Euro zur Weltwährung zu machen, legt die EU-Kommission nur einen sehr vagen Plan dafür vor. Die Iran-Sanktionen und die Stahlzölle der USA seien „ein Weckruf für Europas wirtschaftliche und monetäre Souveränität“, heißt es in dem Bericht, über den die WirtschaftsWoche vor der Veröffentlichung am kommenden Mittwoch berichtet. Aus dem Kommissions-Bericht geht hervor, dass der Euro seit der Finanzkrise an Bedeutung verloren hat. Aktuell werden weltweit etwas mehr als 20 Prozent der Auslandsschulden in Euro begeben. Das heißt, Staaten und Unternehmen verschulden sich, wenn sie dies nicht in ihrer eigenen Währung tun, zu gut 20 Prozent in Euro. Im Jahr 2007 lag der Anteil bei 40 Prozent.

Konkrete Vorschläge gibt es in dem Papier kaum. So schlägt die EU-Kommission öffentliche Konsultationen vor, damit Flugzeughersteller wie Airbus und Rohstoff- und Agrarhändler  ihr Geschäft künftig stärker in Euro abwickeln. Außerdem sollen die Mitgliedsstaaten dafür sorgen, dass der Energiehandel auf  Euro umgestellt wird. Bisher existiert nicht einmal einen Referenzpreis für Rohöl in Euro. Schätzungsweise bis zu 90 Prozent der EU-Energieimporte werden nicht in Euro abgerechnet. Die EU-Kommission empfiehlt darüber hinaus „Wirtschaftsdiplomatie“, um bei anderen Länder vom Euro als Zahlungsmittel und Reservewährung zu werben. Außerdem könnte Unternehmen in Afrika und Europas Nachbarschaft technische Assistenz angeboten werden, um den Euro als Zahlungsmittel zu übernehmen.

Wir wünschen Ihnen ein angenehmes erstes Dezemberwochenende.

Thomas Boldt und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

Direktor Privatkunden Gies & Heimburger GmbH