Editorial der Freitags-Info vom 30.12.2016

Geposted von Bernd Heimburger am

Um den Jahreswechsel machen, auch dieser Tage wieder wie jedes Jahr, Prognosen zu der Entwicklung der Kapitalmärkte der nächsten zwölf Monate die Runde. Die Analysten zeigen sich ungewohnt vorsichtig – titelt die FAZ vom gestrigen Donnerstag.

Im Durchschnitt sehen die Analysten aus Deutschland nur 0 bis 2,5 % Potential für Dow Jones, Euro-Stoxx und DAX bis zum Jahresende 2017. In den vergangenen Jahren wurde bekanntlich den deutschen Analysten immer wieder Zweckoptimismus vorgeworfen, weil die Geschäfte der Banken laufen müssen. Das kann man mit den bescheidenen Prognosen für 2017 nicht behaupten. Einige Prognosen beziehen mit ihren Aussagen auch die Entwicklung der Historie mit ein. So lassen sich aus den Börsenjahren mit einer sieben (2007,1997,1987, etc) aus der Vergangenheit Verhaltensmuster der Aktienbörsen ablesen, die dann in die Erwartung für 2017 mit einfließen.

In unserer Gesellschaft können wir uns für 2017 sehr gut der Argumentation anschließen, wonach die positive Börsenentwicklung eher in den ersten sieben bis acht Monaten des Jahres geschehen wird, danach dann eher Rücksetzer zu verkraften sind. Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingung, der konjunkturelle Rückenwind, der Stabwechsel im Weißen Haus am 20. Januar – mit Steuergeschenken und Ausgaben für Infrastruktur, sind alles Faktoren, die sich in den Unternehmensgewinnen und Börsenbewertungen noch nicht voll wiederspiegeln. In der zweiten Jahreshälfte könnte dann nach dem jetzigen Euphorie-Effekt bezüglich der Maßnahmen des neuen US-Präsidenten, sich auch mal ein gewisser Ernüchterungseffekt bemerkbar machen. Einerseits wird Trump nicht alles so einfach umsetzen können, wie das aktuell noch propagiert wird, zum anderen könnte die EZB in der zweiten Jahreshälfte langsam ankündigen, dass sie die extrem lockere Geldpolitik ins Jahr 2018 hinein allmählich zurückfährt.
Für weiterhin volatile Aktienmärkte werden auch 2017 die politischen Weichenstellungen in Europa (Frankreich, Niederlande und Deutschland) immer wieder sorgen. Im Rahmen unseres Weltbildes, was wir im Januar wieder veröffentlichen werden, gehen wir detailliert auf die einzelnen Märkte ein.

Wir wünschen unseren Lesern einen guten Rutsch ins Jahr 2017.

Bernd Heimburger
und das gesamte Team der Gies & Heimburger GmbH

 

Bernd Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Niederlassung in Bad Krozingen.