Raus aus der Nullzins-Falle

Geposted von Walter Feil am

Als die DWS vor 20 Jahren den ersten Geldmarktfonds für den deutschen Markt vorstellte, war die Welt für Geldanleger noch in Ordnung: neun Prozent Zinsertrag, tägliche Verfügbarkeit, beliebig hohe Einzahlungen, … der Siegeszug der Geldmarktfonds begann.

Heute wären wir glücklich, wenn wir für unser Geld einen Zinsertrag über der echten Inflationsrate erzielen könnten. Die größte Geldschwemme aller Zeiten, verursacht durch die Notenbanken in den USA, in Großbritannien, in Japan und in Europa, hat den Zinsertrag auf nahe Null gesenkt. Institutionelle Anleger, die wegen rigider Anlagevorschriften gezwungen sind, Anleihen bester Bonität zu kaufen, müssen bei kurzlaufenden Anleihen sogar noch dafür bezahlen, dass ein Schuldner guter Bonität ihr Geld annimmt.

Kurz oder lang: mit Geldanlagen verlieren wir derzeit in jedem Fall

Besonders misslich ist der Umstand, dass wir mit unseren Geldanlagen derzeit in jedem Fall an Kaufkraft verlieren

  • Tages- und Termingeld bietet nur noch Zinserträge, die die echte Inflationsrate nicht mehr ausgleichen
  • Bei Bundesanleihen bis zu vier Jahren Laufzeit liegt die Rendite (Stand 8.12.2015, Webseite Börse Stuttgart) auch ohne Kaufkraftverlust bereits unter Null
  • Bei Anleihen bester Bonität mit längeren Laufzeiten kaufen wir uns das Risiko ein, in den nächsten Jahren deutliche Kursverluste zu erleiden

Kursverluste vermeiden – bisherige Kursgewinne sichern

Erfahrene Anleihe-Anleger wissen natürlich, dass jede Anleihe Kursschwankungen unterliegt. Die Kursveränderungen führten viele Jahre tendenziell stets zu einem Zusatzgewinn. So addierten sich hohe Coupons und Kursgewinne bei Anleihen aus früheren Jahren zu einer ansehnlichen Gesamtrendite.

Ein Beispiel hierzu ist die langlaufende Bundesanleihe mit der WKN 113492 mit einem Coupon von 6,25 % aus dem Jahr 1994 mit Fälligkeit in 2024. Diese Anleihe lieferte nicht nur zuverlässige 6,25 % Zinsertrag jährlich, sondern auch noch einen Kursgewinn von 47,311 Prozent (Stand 8.12.2015). Die Grafik zeigt die Kursentwicklung von 1994 bis aktuell. Die Linie bei 0 % zeigt den Ausgabekurs an, die blaue Linie die Kursentwicklung seit dem Ausgabetag.

6,25 % Zinsertrag und mittlerweile fast 50 % Kursgewinn addierten sich bei dieser Anleihe zu einem ansehnlichen Gesamtertrag

6,25 % Zinsertrag und mittlerweile fast 50 % Kursgewinn addierten sich bei dieser Anleihe zu einem ansehnlichen Gesamtertrag

Kursverluste bis zur Fälligkeit sind garantiert

Die Entwicklung von jetzt an bis zur Fälligkeit wird allerdings in die umgekehrte Richtung laufen: Jede Anleihe wird bei Fälligkeit mit 100 % des Nennwertes eingelöst. Dies führt dazu, dass der Kurs dieser Anleihe in den etwa neun Jahren Restlaufzeit bis zur Fälligkeit von derzeit 147 % auf 100 % zurückgehen wird. Dies neutralisiert fast den gesamten künftigen Zinsertrag und führt damit zu einer Rendite von heute bis zur Fälligkeit von unter zwei Prozent.

Die Kursgewinne der Vergangenheit sind die Kursverluste für die Zukunft. Garantiert!

Die Kursgewinne der Vergangenheit sind die Kursverluste für die Zukunft. Garantiert!

Wer in der (bisher) glücklichen Lage ist, diese Anleihe in seinem Depot zu haben, sollte sehr aufmerksam darauf achten, die bisher erreichten Kursgewinne sicherzustellen. Neue Anleihekäufe empfehlen sich – zumindest aus Renditegesichtspunkten – nicht mehr.

Auch neue Anleihen liefern keine Rendite mehr

Gleiches gilt natürlich für Anleihen, die erst kürzlich ausgegeben wurden. Auch diese liefern – Zinsertrag und Kursentwicklung zusammengerechnet – eine Rendite bis Fälligkeit von unter zwei Prozent. Das Beispiel der Bundesanleihe mit einer Laufzeit von 10 Jahren von 2014 bis 2024 zeigt dies deutlich: In den ersten Monaten entstand noch ein schneller Kursanstieg auf über 114 %, da das Zinsniveau ab dem Ausgabedatum bis Anfang 2015 noch einmal fiel. Darauf folgte ein rascher Kursrückgang auf 108 %. Die weitere Entwicklung ist vorhersehbar: Bis zur Rückzahlung im Jahr 2024 wird der Kurs wieder auf 100 % zurückfallen. Garantiert!

Text hinzugügen

1,75 % Zinscoupon und ein vorhersehbarer Kursverlust von über 10 % bis zur Rückzahlung führen auch bei dieser Anleihe zu einer Gesamtrendite unter der Inflationsrate.

Die Null-Zins-Misere trifft uns alle

Sie haben vielleicht keine Anleihen in Ihrem Depot? Sie denken, dass das Problem der schleichenden Enteignung Sie dann nicht berührt? OK. Dehnen wir die Betrachtung etwas aus.

  • Sie haben kein Anleihen, aber einen Rentenfonds im Depot? Aufgepasst! Der Manager des Rentenfonds kann auch keine Rendite erwirtschaften, wo keine Rendite mehr ist.
  • Sie haben keinen Rentenfonds, aber einen Mischfonds im Depot? Mit dem Anleihe-Anteil in seinem Fonds kann der Manager kaum mehr die Kosten erwirtschaften, die dieser Teil des Fondsvolumens verursacht.
  • Sie besparen seit Jahren eine Lebens- oder eine Rentenversicherung? Die Vermögenswerte in den klassischen deutschen Versicherungen sind schwerpunktmäßig in Anleihen angelegt. Die Verwalter dieser Vermögensmassen sind in einer besonders misslichen Lage. Die ihnen aufgezwungene Regulierung zwingt sie dazu, einen hohen Anteil Anleihen bester Bonität zu halten. Bisher erzielte Kursgewinne können sie nur bedingt realisieren, weil sie damit die Durchschnittsrendite ihres Bestandes weiter senken würden.  Jede auslaufende Anleihe muss durch eine neue Kapitalanlage (mit jetzt deutlich niedrigerer Rendite) ersetzt werden, was zu einer unaufhaltsamen Verringerung der Durchschnittsrendite führt.

Gerade im Bereich der konventionellen Lebens- und Rentenverssicherungen ist das Renditeproblem mittlerweile so eskaliert, dass die Versicherungsunternehmen von den Aufsichtsbehörden gezwungen werden, für Verträge aus den (vergangenen!) Zeiten mit hohen Garantieleistungen  eine „Zinszusatzreserve“ aufzubauen. Dies führt zu einer Umverteilung der derzeitigen Erträge zugunsten einiger weniger Verträge mit hohen Garantien und zu Lasten vieler Verträge, die mit geringeren Garantien ausgestattet sind. Seit Jahresbeginn 2015 liegt das Garantieniveau auf 1,25 % und damit unter der echten Inflationsrate. (siehe: Zinszusatzreserve schmälert Überschussbeteiligung der konventionellen Lebensversicherungen)

Wenn der Sturm  kommt, müssen wir die Fenster sichern

Eine ganze Generation von Anleihe-Managern ist davon verwöhnt, neben guten Zinserträgen tendenziell  auch noch Kursgewinne einzufahren. Jetzt sind wir auf einem Zinsniveau unter der echten Inflationsrate angekommen. Die Ursache hierfür ist, dass die normalen Marktkräfte von den Notenbanken außer Kraft gesetzt wurden. Der Zinssatz als Preis für die Überlassung von Geld wurde in den letzten Jahren nicht mehr durch das normale Wechselspiel zwischen Angebot und Nachfrage in der freien Wirtschaft gefunden, sondern durch die gigantischen Geldmengen der Notenbanken mit Gewalt nach unten gedrückt. Jetzt dreht sich das Blatt. Als erste Notenbank wird die Fed (Notenbank der USA) die Leitzinsen erhöhen, nachdem sie das Anleiheankaufprogramm bereits zurückgefahren hat. Ab jetzt folgt eine Phase, in der die Anleihezinsen tendenziell wieder steigen. Dies führt unweigerlich zu Kursverlusten. Darauf müssen wir uns einstellen.

Wie müssen die Denkrichtung umkehren

Des einen Leid ist des anderen Freud, weiß der Volksmund. Wen wir als Anleger nur noch ein Prozent Rendite (also weniger als die echte Inflationsrate) erhalten, können wir auf der anderen Seite des Schalters Darlehen zu weniger als zwei Prozent Zinsen aufnehmen. Per 8.12.2015 informiert ein Baufinanzierungsportal, dass erstrangige Hypotheken zu einem Zinssatz von 1,81 Prozent vergeben werden, und dies mit einer Festschreibungszeit von 15 Jahren. Das ist Geld geschenkt – im Sinne von: Der Preis für die Überlassung des Geldes liegt kaum über der echten Inflationsrate.

Alternative Zinshäuser

Wir können diese verkehrte Welt nutzen, indem wir in Immobilien investieren. Wenn wir die Immobilie nicht zur Eigennutzung, sondern eher als Vermögensanlage investieren wollen, bieten sich Fonds an. Im Vordergrund stehen hierbei Fonds, die schwerpunktmäßig in breit gestreutes Wohneigentum investieren. Zu Recht bezeichnen wir Mehrfamilienhäuser im Sprachgebrauch schon lange als „Zinshäuser“, manchmal sogar als „Rentenhäuser“. Sie liefern sichere, kontinuierliche Erträge aus den Mieteinnahmen, langfristig inklusive Inflationsausgleich.

Mit der Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches sind derartige Fonds aus der Grauzone herausgetreten und werden jetzt rechtlich wie jeder andere Investmentfonds behandelt, mit den Besonderheiten eines AIF (Alternativer Investmentfonds). Damit wurde die Qualität dieser Anlageprodukte und auch deren Überwachung deutlich verbessert.

Die Prognosen der letzten Jahre sind heute Realität

Schon lange weisen Anlageexperten darauf hin, dass ein breit gefächerter Immobilienbestand zu stabilen, tendenziell steigenden Mieteinnahmen führt – und zusätzlich auch noch Wertsteigerungen eintreten. Bereits im November 2012 hielt Bernd Heimburger vor einem Gremium von Stiftungsvorständen in Berlin einen vielbeachteten Vortrag, warum Immobilien als eine zusätzliche Assetklasse in ein ausgewogenes Anlageportfolio eingefügt werden sollten.

Im Februar 2015 veröffentlichte Holger Lüttke die Empfehlung, in Immobilien zu investieren, da diese sichere und nachhaltige Erträge erwarten lassen.

Im Mai dieses Jahres wies Holger Lüttke erneut darauf hin, dass „Sachwerte“ in Form von Immobilien zu soliden Erträgen und zusätzlich auch noch zu Wertsteigerungen führen.

Markus Gies griff das Thema im August auf und kam zu dem Schluss, dass in ausgesuchten Lagen trotz der bereits deutlich gestiegenen Preise neben soliden Mieterträgen immer noch hohe Wertsteigerungen erzielbar sind.

Mittlerweile finden wir diese Hinweise jede Woche in den Medien.

Der Trend hat erst begonnen

Die Umschichtung von Anleihe-Investments in andere Assetklassen steht dabei erst am Beginn. Viele Milliarden Anlagekapital liegt in Rentenfonds, die sich nicht mehr rentieren, in Pensionsvermögen von Konzernen, die ihre Betriebsrenten damit nicht mehr finanzieren können, in Stiftungsvermögen, in Versicherungsverträgen, deren Garantieverzinsung in Gefahr ist und in Dutzenden von weiteren Anlagevehikeln, die nach besseren Anlagemöglichkeiten suchen. Ein großer Teil dieser gewaltigen Anlagesummen wird weiterhin in den Immobilienmarkt fließen.

Webinar (zu Hause am PC / Tablet)

Wenn Sie Ihre Finanz- und Vermögensdispositionen überprüfen möchten, könnte Ihnen der live übertragene Vortrag von Bernd Heimburger zum Thema „Raus aus der Zinsfalle“ zusätzliche Hinweise bieten. Bernd Heimburger bietet den Online-Vortrag per Webinar (Vortrag über das Internet):

Webinar am Mittwoch, 17.02.2016, um 18:00 Uhr

An das halbstündigen Webinar schließt sich eine Fragerunde an, in der Sie weitere Punkte sofort mit dem Referenten klären können. Die Informationen stehen zum Download bereit, alternativ zum Versand an Sie per Mail.

Alternativ können Sie auch ein Telefonat oder ein persönliches Gespräch vereinbaren – oder sich einfach einige Unterlagen zur Lektüre in ruhiger Zeit kommen lassen.

Anmeldung direkt über diesen Link

Hier geht’s zur Anmeldung:

Jetzt anmelden für Mittwoch, 17.02.2016, 18:00 Uhr

Walter Feil ist Leiter der Niederlassung Bühl der Gies & Heimburger GmbH und Leiter des Investment-Research.