Eines der größten Probleme, die wir aktuell an den Finanzmärkten haben, ist die exzessive Verschuldung der Staaten. Wie weitreichend die Folgen dieser Entwicklung sind, zeigen die neuesten Daten aus den USA:
Jeden Monat veröffentlicht das US-Finanzministerium Daten zum US-Bundeshaushalt, einschließlich der Zinskosten, die die US-Regierung für die Staatsverschuldung zahlt. Im Folgenden finden Sie die Haushaltsdaten bis Juli 2026, dem zehnten Monat des Haushaltsjahres (Fiscal Year – FY) 2026.
Zinszahlungen im Haushaltsjahr 2026
Der rasante Anstieg der Staatsverschuldung hat, in Verbindung mit den höheren Zinssätzen auf diese Schulden (im Vergleich zu den längerfristigen Zinsen noch vor wenigen Jahren), die Kreditkosten der US-Regierung in die Höhe getrieben. Bis zum zehnten Monat des Haushaltsjahres 2026 lagen die Zinszahlungen für die Staatsschulden um 10,6 Prozent höher als im Vorjahr.


Die steigende Verschuldung führt zu wachsenden Zinskosten, die drohen, Investitionsmöglichkeiten für andere wichtige Prioritäten sowohl im öffentlichen als auch im privaten Sektor zu verdrängen. Die Zinskosten waren im bisherigen Verlauf des Haushaltsjahres 2026 die drittgrößte Ausgabenkategorie der US-Regierung. Sie übertrafen die Ausgaben für alle anderen Haushaltskategorien mit Ausnahme von Social Security (Rentenversicherung) und Medicare (Krankenversicherung) abzüglich verrechneter Einnahmen.

Zinszahlungen in den nächsten 10 Jahren
Die steigende Verschuldung und die relativ hohen Zinssätze werden weiterhin Aufwärtsdruck auf die Kreditkosten der US-Regierung ausüben. Prognosen zufolge werden die Zinszahlungen in den kommenden Jahren der am schnellsten wachsende Posten des US-Bundeshaushalts sein. Das Congressional Budget Office prognostiziert, dass sich die Nettozinszahlungen im nächsten Jahrzehnt auf insgesamt 16,2 Billionen US-Dollar belaufen werden, sofern die geltenden Gesetze im Wesentlichen unverändert bleiben. Dabei werden sie von jährlichen Kosten in Höhe von 1,0 Billionen US-Dollar im Jahr 2026 auf 2,1 Billionen US-Dollar im Jahr 2036 ansteigen.

Tatsächlich haben die Zinszahlungen für Staatsschulden inzwischen den höchsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg erreicht.
- In absoluten Zahlen erreichten die Zinskosten im Jahr 2022 mit 476 Milliarden US-Dollar ein Allzeithoch und haben sich seitdem in etwa verdoppelt. Im Jahr 2025 zahlten die Vereinigten Staaten 970 Milliarden US-Dollar an Zinskosten.
- Im Verhältnis zur Größe der Wirtschaft würden die Zinskosten in diesem Jahr 3,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) erreichen – und damit den bisherigen Höchststand aus dem Jahr 1991 in den Schatten stellen. Nach den Prognosen des CBO würden die Zinskosten bis 2036 auf 4,6 Prozent des BIP ansteigen.
- Als Anteil an den US-Bundeseinnahmen stiegen die Zinszahlungen der USA bis Ende letzten Jahres auf 18,5 Prozent und übertrafen damit den bisherigen Höchststand von 1991. Bis 2036 würden sie 25,8 Prozent erreichen.
- Als Prozentsatz der Gesamtausgaben würden die Zinskosten bis 2029 15,7 Prozent erreichen und damit den bisherigen Höchststand von 15,4 Prozent aus dem Jahr 1996 übertreffen.
Selbst wenn man die Zinskosten ausklammert, gibt die US-Regierung mehr Geld aus, als sie einnimmt. Dies führt zu einem strukturellen Problem im Haushalt, das als primäres Haushaltsdefizit bekannt ist. Der durch diese strukturelle Lücke verursachte Schuldenanstieg wird durch die stetig steigenden Zinszahlungen noch verschärft, was andere Prioritäten gefährdet und das Risiko einer Finanzkrise in sich bergen könnte. Um solche Folgen zu vermeiden, sollten die Regierung und der Kongress Maßnahmen ergreifen, um den Haushalt auf einen nachhaltigen Weg zu bringen.
Quelle: Interest Costs on the National Debt