Büro- und Gewerbeimmobilien laufen Gefahr für niedrigere Bewertung

Geposted von Markus Gies am

Nicht wohnen geht nicht – verändert die Corona-Krise den Immobilienmarkt nachhaltig ?

Lockdown, Reiseverbot, Geschäfte, Büros und Restaurants geschlossen, Arbeiten im Home Office. Alles nie dagewesene Herausforderungen und Einschränkungen im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus, die vieles Liebgewonnene vom einen auf den anderen Tag abrupt aussetzten. Der notwendige Rückzug in die eigenen vier Wände zur Abschottung von der Gemeinschaft war die Konsequenz dieser staatlich verordneten Einschränkungen. Es wird verstärkt vom Home Office gearbeitet, Meetings werden über Konferenzsysteme über das Internet durchgeführt, die Kinder wurden zu Hause betreut, da Kitas und Schulen geschlossen blieben. Mancher Mieter wird sich wohl den Kauf einer eigenen Immobilie überlegen, da ihm die Wichtigkeit einer geeigneten Wohnumgebung jetzt noch wertvoller erscheinen wird, zumal die Finanzierung seiner Immobilie momentan historisch günstig ist.

Preise für Wohnimmobilien bleiben stabil

Die Auswirkungen auf die Preise am Immobilienmarkt werden unserer Meinung nach bei Wohnimmobilien am geringsten ausfallen, hier sind nur leichte oder keine Preisrückgänge zu erwarten. Nur wenn durch eine lang anhaltende Wirtschaftskrise eine Massenarbeitslosigkeit entstehen würde, litte der Immobilienmarkt darunter. Das ist momentan nicht zu befürchten. Das Statistische Bundesamt teilte erst kürzlich mit, dass die Preise für Wohnimmobilien (Häuserpreisindex) in Deutschland im ersten Quartal 2020 durchschnittlich um 6,8 Prozent höher als in der gleichen Vorjahresperiode lagen. Wohnimmobilien verteuerten sich demnach weiterhin sowohl in der Stadt als auch auf dem Land. In den sieben größten Metropolen (Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart und Düsseldorf) waren Ein- und Zweifamilienhäuser 9,5 Prozent und Eigentumswohnungen 7,4 Prozent teurer als im Vorjahresquartal.

Preise für Büro- und Gewerbeimmobilien kommen – zumindest temporär – unter Druck

Im Gegensatz dazu werden Büro- und Gewerbeimmobilien Gefahr laufen, eine niedrigere Bewertung zu erfahren, bedingt durch die allgemeine, unsichere Wirtschaftssituation und dem Trend zum Arbeitsplatz im Home Office. Viele Firmen werden aufgrund dieser neuen Erfahrungen ihre Bürofläche reduzieren, um Kosten zu sparen und um den Mitarbeitern flexiblere Arbeitszeiten zu offerieren. Leerstehende Büro- und Gewerbeeinheiten, die nicht oder nur zu deutlich niedrigeren Preisen vermietet werden, könnten Grund für einen Preisrückgang in diesem Segment sein.

Bei den von uns betreuten Vermögensverwaltungsmandanten spielt seit langem der Immobiliensektor, insbesondere die Investition in Wohnimmobilien-AIFs, eine wichtige Rolle.

Stabile Ausschüttungen aus Mieterträgen und die realistische Aussicht auf zusätzliche, nennenswerte Veräußerungsgewinne lassen diese seit Jahren durch das KAGB-Gesetz streng regulierten Assetklasse zu einem wertvollen Baustein bei den Vermögenswerten unserer Kunden sein.

Objektbeispiel aus einem von uns geprüften und ausgewählten AIF

 

Markus Gies ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und leitet die Hauptniederlassung in Kelkheim.