Die Währungen ausgewählter Schwellenländer bieten Chancen

Geposted von Hans Heimburger am

Investitionen in Währungen, mit dem Ziel gegenüber dem Euro Währungsgewinne zu erzielen und Zinseinnahmen zu generieren, sind ein spezielles Feld. In den Zeiten von Null- und Negativzinsen müssen wir solche Alternativen in unsere Anlageüberlegungen miteinbeziehen.

Der Brasilianische Real und die Indische Rupie erachten wir für interessant

Brasilien leidet sehr unter der C-19 Pandemie und das Land zahlt einen hohen Preis für die populistische Krisenpolitik seines Präsidenten Jair Bolsonaro. Dies drückt sich sehr deutlich in der aktuellen Schwäche des Real, der auf einem 5-Jahres-Tief notiert, aus.

Die blaue Linie zeigt die Wertentwicklung des Euro zum Brasilianischen Real. Der Anstieg des Euro bedeutet, dass der Real abwertete.

Seit dem Jahresende 2019 hat der Real zum Euro um 47 Prozent abgewertet. Wir sehen dies in Teilen als eine Übertreibung, die sich in den kommenden Monaten wieder etwas korrigieren wird. Die aktuellen Konjunkturdaten aus Brasilien signalisieren eine Schrumpfung der Wirtschaft in 2020 um etwa 5%. Dies ist deutlich weniger als bei anderen Schwellenländern. Das Land profitiert in besonderem Maße von der starken Wirtschaftserholung in China. Die Chinesen betreiben die Ankurbelung ihrer Ökonomie, nach dem Corona-Lockdown, sehr stark über Infrastrukturprojekte. Hierfür bedurfte und bedarf es hoher Importe von Rohstoffen. Davon profitiert das rohstoffreiche Brasilien in besonderem Maße.

Als Belastungsfaktor gilt der Streit innerhalb der brasilianischen Regierung (PM Bolsonaro einerseits und Wirtschaftsminister Paulo Guedes andererseits) um die Balance zwischen hohen Staatsausgaben zur Pandemiebekämpfung und einer verantwortungsbewußten Haushaltspolitik.

Wir erwarten, dass sich die politischen Wogen wieder glätten und die wirtschaftlichen Perspektiven eine Aufwertung des Real um 10% bis 20% rechtfertigen würden.

Indien agiert in der monetären Pandemiebekämpfung behutsam

Auch Indien hat hart mit den Folgen von C-19 zu kämpfen. Dicht besiedelte Ballungszentren lassen Abstands- und Hygieneregeln nahezu unmöglich erscheinen. Mit 6.394.000 Infizierten liegt das Land hinter den USA auf Platz zwei der Statistik gemäß der Johns Hopkins Universität.

Indien hat, zumindest bisher, nicht das ganz große Füllhorn an monetärer und fiskalischer Unterstützung ausgeschüttet, wie der nachfolgende internationale Vergleich zeigt.

Jetzt kann man dies als zu zöglerliche Politik bezeichnen oder man betrachtet die zweite Seite der Medaille: die Staatsverschuldung bleibt in einer akzeptablen Höhe.

Auch die Indische Rupie notierte jüngst gegenüber dem Euro auf einem 5-Jahres-Tief. Allerdings konnte sich die INR seither um etwa 3,5% erholen. Weitere 10% Gegenbewegung (weitere Erholung) erscheinen uns denkbar.

Die blaue Linie zeigt die Wertentwicklung des Euro zur Indischen Rupie.

Fazit

Sowohl der Brasilianische Real als auch die Indische Rupie mussten im bisherigen Jahresverlauf kräftig Federn lassen. Die oben geschilderten Gründe und der generelle „Risk-off-Trade“ im März liegen als Gründe auf der Hand. Wir sehen in den kommenden Monaten deutliche Aufwertungschancen. Beide Währungen sollten von einem Covid-19 Impfstoff überproportional profitieren.

 

Hans Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies und Heimburger GmbH und der CIO (Chief Investment Officer) für die 3ik-Strategiefonds.