Megatrend Biotechnologie

Geposted von Andreas Rosner am

Der Wunsch eines jeden Menschen ist es, möglichst alt zu werden und das – wenn möglich – ohne ernsthafte Krankheit.  Wir alle wissen aber, dass das im wahren Leben leider nicht immer so einfach funktioniert. Aber dank der intensiven weltweiten Forschung ist es den Pharmaunternehmen gelungen, Medikamente zu entwickeln, die auch bei schwereren Krankheiten die Heilung unterstützen. 

Auslaufende Patente öffnen die Tür für nachrückende Biotech-Unternehmen

Bei den meisten großen Pharmafirmen wie z.B. Pfizer, Novartis oder Bayer, deren Aufgabe es ist, Arzneimittel herzustellen und zu vermarkten,  laufen demnächst Patente auf einige umsatzstarke Medikamente aus. Dies führt zu deutlichen Einbrüchen bei Umsatz und Gewinn. Alleine in diesem Jahr verliert die Pharmabranche dadurch etwa 50 Milliarden Dollar an Umsatz. Profiteure dieser Entwicklung sind Biotechnologieunternehmen. Warum?

Biotechnologie bekämpft Krankheiten gezielter als traditionelle Arzneimittel

Die Biotechnologie hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer modernen Technologie entwickelt, ohne die medizinischer Fortschritt kaum mehr denkbar ist. Sei es bei der Aufklärung der molekularen Ursachen von Krankheiten, sei es bei der Entwicklung neuer Diagnoseverfahren oder spezifischer Wirkstoffe: immer spielen moderne biotechnologische Verfahren eine Rolle.

Daraus ist ein neuer Industriezweig, die Biotech-Branche entstanden, womit meist kleine junge Firmen assoziiert werden. Sie erforschen die molekularen Grundlagen vieler Krankheiten und können sie daher gezielter als jemals zuvor bekämpfen.

Biotech-Unternehmen sind begehrte Übernahmeziele der finanzstarken Pharmakonzerne

Um sich den Zugang zu diesen Forschungsergebnissen zu sichern, gehen die großen Pharmakonzerne mehr und mehr dazu über, Biotech-Unternehmen zu kaufen. Zuletzt hat der britische Pharmakonzern Glaxo Smithkline für 3 Milliarden Dollar (umgerechnet 2,4 Milliarden Euro) das US Biotechunternehmen Human Genome Sciences übernommen. Über 20 Milliarden Dollar wandte im letzten Jahr der französische Pharmakonzern Sanofi Avensis auf, um das US Unternehmen Genzyme zu kaufen. Diese Deals zeigen das anhaltende Interesse großer Pharmakonzerne an Produkten der Biotech-Forschung, ausgelöst durch das Auslaufen der Patente bei umsatzstarken Medikamenten. Sie brauchen dringend Nachschub an neuen Pharmawirkstoffen.

Neuer Megatrend Biotechnologie 

Der neue Megatrend Biotechnologie resultiert im Wesentlichen aus drei Wachstumstreibern: 

  1. Die kontinuierliche Produktinnovation mit überlegenen neuen Therapiestandards
  2. Die demografische Entwicklung.
    Da unsere Gesellschaft immer älter wird, steigt der Bedarf an medizinischer Versorgung, zumal das Durchschnittsalter weiter ansteigt.
  3. Die Wachstumschancen in den Emerging Market Ländern.

Vor diesem Hintergrund rechnen Experten mit einer Verdoppelung des Umsatzvolumens im Gesundheitsmarkt von jetzt 10 Billionen Dollar auf 20 Billionen Dollar im Jahr 2020. Ein erheblicher Teil dieses Umsatzes wird der Biotechnologie zu Gute kommen.

Weitere Outperformance der Biotechnologie-Investments zu erwarten

An den Börsen ist diese Botschaft bereits angekommen, wie der nachfolgende Chart zeigt. Wir beobachten eine deutliche Outperformance von Biotechnologie gegenüber etablierten Pharmaunternehmen und dem Weltaktien-Index. Der Nasdaq Biotechindex beinhaltet die nach Marktkapitalisierung größten Unternehmen dieser Branche. Wie  beschrieben, gab es in den vergangenen Monaten einige große Übernahmen, was zu einer Outperformance des Nasdaq Biotech Index geführt hat.

Megatrend Biotechnologie

Unternehmen des Sektors „Bio-Technologie“ erzielten seit Jahresbeginn beeindruckende Kurssteigerungen. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung dieser Branche. Der Trend hat gerade erst begonnen. – zum Vergleich: in schwarz der Weltaktienindex, in grün ein Pharmakonzern, in blau der Biotech-Index und in rot ein Biotech-Fonds mit hohem Potential.

In den kommenden Monaten erwarten wir verstärkte Übernahmeaktivitäten auch bei den kleineren und mittleren Unternehmen aus diesem Sektor und haben deshalb unseren Fokus auf Fonds gelegt, die schwerpunktmäßig in diesem Bereich investieren. Einer dieser Fonds, der bereits seit Monaten Bestandteil der 3ik-Strategie III ist, erzielte seitem eine deutliche Outperformance gegenüber dem Weltaktienindex. 

Andreas Rosner ist Direktor Privatkunden der Gies und Heimburger GmbH.