Einkaufsmanagerindex signalisiert Wirtschaftswachstum in der Eurozone

Geposted von Hans Heimburger am

Die Eurozone konnte im August den Marsch aus der Rezession fortsetzen. Dies zumindest signalisieren die europäische Einkaufsmanagerindizes (Markit Eurozone PMIs), die den zweiten Monat in Folge über der neutralen Wachstumsmarke von 50 Punkten notieren.

Deutschland bleibt die europäische Konjunkturlokomotive

In der Bundesrepublik stieg der Composite-Index um 1,3 auf 53,4 Punkte, wobei insbesondere die Industrie kräftig zulegte. Hier stieg der entsprechende Index um 1,5 auf 55,3 Punkte. Auch im Dienstleistungsbereich ergaben sich Fortschritte; der Aktivitätsbarometer dieses Sektors gewann 1,1 auf 52,4 Zähler hinzu. Diese Frühindikatoren lassen darauf schließen, dass im driten Quartal 2013 das BIP kräftig wachsen könnte.

Sorgenvolle Blicke nach Frankreich

Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone konnte die positive Entwicklung aus dem Vormonat nicht fortsetzen. Der umfassende Einkaufmanagerindex der „Grande Nation“ sank um 1,2 auf 47,9 Punkte. Zu groß sind offensichtlich die strukturellen Probleme der französischen Wirtschaft, über die wir wiederholt berichtet haben (zum Beispiel am 31. Mai 2013:  http://guh-vermoegen.de/leben-wie-rentner-in-frankreich/).

Ermutigende Signale aus den Peripherieländern

Chris Williamson, Chief Economist bei Markit, kommentiert die Entwicklung in Ländern wie Spanien, Portugal und auch Griechenland wie folgt:

„…in diesen Ländern geht es unseren Daten zufolge kontinuierlich bergauf, der lang erwartete Aufschwung der Peripherieländer nimmt so langsam Form an. Wirtschaftswachstum und Auftragseingang legten hier so stark zu wie seit Anfang 2011 nicht mehr, und eine verbreitet anziehende Binnen- und Exportnachfrage deuten auf einen wirklich nachhaltigen Aufschwung hin….“

Eurozone PMIs - Produktion

Fazit:

Die Erholung der Konjunktur im Euroraum gewinnt an Kontur. Deutschland bleibt die treibende Kraft und die Peripherie scheint aus dem tiefen Tal der Tränen herauszukommen. Sorgen bereitet Frankreich und aus politischer Sicht auch Italien, wo der mögliche Ausschluss des rechtskräftig verurteilten Silvio Berlusconi aus dem Senat (die Abstimmung erfolgt im September), die Regierungskoalition sprengen könnte.
Die Reformbemühungen müssen auf allen Ebenen fortgesetzt werden, um das gerade mal in Ansätzen geschaffene Fundament für eine weitere Konjunkturerholung nicht zu gefährden.

 

 

 

Hans Heimburger ist Gesellschafter und Geschäftsführer der Gies & Heimburger GmbH und der CIO (Chief Investment Officer) für die 3ik-Strategiefonds.